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So geht selbständig.

Dass sie nach dem Architekturstudium gleich einmal zwei Jahre in Japan zubrachte, hat Marion Kuzmanys weitere berufliche Laufbahn entscheidend geprägt. Nach Jahren im Dienste des Architekturzentrum Wien veranstaltet sie mittlerweile unter dem Label ARCH ON TOUR in Eigenregie spezielle Reisen für Architektur-Interessierte.

Studienaufenthalt in Japan

Nach meinem Studium habe ich mich um ein Postgraduate-Stipendium beworben und so zwei Jahre in Japan zugebracht: Eineinhalb Jahre als Studentin und ein halbes Jahr im Rahmen eines Praktikums beim bekannten Tokyoter Architekten Araki Isozaki.

Wieder zurück in Wien hatte ich einen „umgekehrten Kulturschock“. Am Institut für Wohnbau der TU Wien, wo ich mein Diplom gemacht habe, schwärmte ich den Lehrenden von meinen Erfahrungen vor, und dass ich am liebsten gleich wieder hin möchte. Die haben sehr interessiert zugehört und mich gefragt, ob ich nicht eine Studentenexkursion organisieren möchte. Gesagt, getan. Auf die erste Exkursion,1996, die sehr gut funktionierte, folgte bald die zweite.

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Führungen und weitere Studien

In Wien war es damals nicht so leicht, einen Job bei Architekten zu finden. Ich habe in dieser Zeit auch für diverse Architekturzeitschriften geschrieben – etwa über traditionelle Ryokans, also traditionelle japanische Gästehäuser, und über die typisch japanischen Love Hotels. Recherchierend habe ich schon in meiner Studienzeit das ganze Land bereist und die Basis für die später von mir organisierten Reisen gelegt.

Erfahrungen im Architekturzentrum Wien

Ende der 90er-Jahre ergab sich, nach einem Gespräch mit Brigitte Redl, die im Architekturzentrum Wien die „Sonntagsführungen“ veranstaltete, die Möglichkeit, dort mitzuarbeiten. Zunächst habe ich hauptsächlich Führungen durch Wien gemacht. Nachdem Brigitte Redl in Pension ging, wurde mir 2001 ihre Position angeboten, und ich habe dann elf Jahre für das AzW die Reihe „Sonntagsarchitektur“ betreut, Archtekturexkursionen organisiert und auch ausländischen Architekten österreichische Bauwerke gezeigt.

2012 verließ ich das Architekturzentrum. Ein Jahr lang arbeitete ich noch als Referentin für Baukultur bei der Architektenkammer. Dort konzipierte ich unter anderem in Kooperation mit der Arch+Ing Akademie auch Architekturreisen. Die feste Anstellung hat zu dieser Zeit sehr gut gepasst, vor allem solange meine Tochter noch klein war. Doch dann siegte der Freiheitsdrang, und ich habe den Absprung gewagt.

Selbständigkeit und Kooperation

2015 veranstaltete ich die erste Reise als eigene Firma, und zwar nach Brasilien. Da ich aber kein Reiseveranstalter im gewerberechtlichen Sinn sein kann und will, bin ich eine Kooperation mit einem Reisebüro, mit dem ich schon seit längerem zusammengearbeitet hatte, eingegangen: Das Reisebüro ist Veranstalter und übernimmt den kaufmännisch-rechtlichen Part – etwa Verrechnung, Stornoabwicklung und Versicherungen –, ich kümmere mich um das Programm und die Kundenakquise.

Kapital Kundendatenbank

Im Laufe der Jahre habe ich einen umfangreichen Verteiler von Architektur-Interessierten aufgebaut, und beinahe täglich kommt jemand Neuer dazu. Mittlerweile gehen meine Mailings an rund 2.000 Adressaten. Dazu kommen – je nach Thema – noch die Kontakte von Partnern aus der Kunst- und Architekturszene. Für die erste Reise nach Brasilien hatte ich gleich zahlreiche Anmeldungen, wegen einiger Stornos wurde die Gruppe dann aber doch eher klein. Das war zwar angenehm und die Reise wurde ein Riesenerfolg, zum Geldverdienen reichte es aber noch nicht.

Zusammenarbeit mit lokalen Spezialisten

Ich arbeite immer mit lokalen Spezialisten zusammen – auch wenn ich den Ort gut kenne – und beziehe immer Architekten mit ein, die ihre Gebäude erklären können. Für eine Reise nach Havanna etwa konnte ich auch einen bekannten lokalen Architekturhistoriker gewinnen, der uns in einer ereignisreichen Woche quer durch die Architekturgeschichte Kubas führte. Das sind dann Tage, an denen ich meine Reise besonders entspannt genießen kann, und auch selbst Neues lerne. Und weil die Gruppe 25 Interessierte umfasste, war sie auch geschäftlich durchaus erfreulich.

Geringe Anfangsinvestitionen

Durch den geringen Material- und Personalaufwand und weil ich von zu Hause aus arbeiten kann, waren meine anfänglichen Investitionen gering. Eigentlich hat sich für mich durch die Selbständigkeit nicht viel geändert, ich tat, was ich schon vorher machte – nämlich Programe für Architekturreisen zusammenstellen. Die Formalitäten für die Firmengründung liefen eher nebenher. Es war recht entspannt.

Die Website und Drucksorten konnte ich dank meiner Ausbildung problemlos selbst gestalten und produzieren. Und das finanzielle Risiko ist überschaubar, ich setze ja vor allem meine Zeit für Planung ein. Mir ist wichtig, dass meine Kunden eine exzellente Leistung bekommen. Solche Reisen sind nicht gerade billig und sie sollen etwas für ihr Geld bekommen. Um dabei trotzdem noch etwas zu verdienen, dafür braucht es lange Erfahrung.

Kaum Ausfälle

Bis jetzt ist meine Kalkulation auch immer aufgegangen, ausgenommen eine England-Reise, bei der nicht genügend Teilnehmer zusammenkamen. Ich habe die Reise dann aber doch durchgeführt, erstens, weil ich die Zeit in die Vorbereitung ohnehin schon investiert hatte, zweitens, weil es mich selber interessiert hat, und drittens, weil ich mich meinen Kunden verpflichtet fühle. Sie sollen wissen, dass sie sich auf mich verlassen können. Stammkunden sind schließlich die Basis nachhaltigen geschäftlichen Erfolges.

Gute Geschäftsentwicklung

Der hat sich im vergangenen Jahr auch schon eingestellt: Seit dem Start hat sich mein Umsatz verdoppelt. Das hat auch dazu geführt, dass ich seit 2018 nicht mehr die Kleinunternehmerregelung beanspruchen kann, wie ich es bislang getan habe. Das hat den Effekt, dass ich für meine organisatorischen Leistungen im Inland Mehrwertsteuer verrechnen muss. Generell ist die Verrechnung der Umsatzsteuer bei Reisen ins Ausland sehr kompliziert.

Das Interesse an den für 2018 fix geplanten Reisen nach Indien und in den Bregenzer Wald ist groß. Außerdem gibt es wieder eine Architekturbiennale in Venedig, da fahre ich jedes Mal mit einer größeren Gruppe hin. Dazu kommt hoffentlich auch wieder ein Besuch in der neuen Elbphilharmonie in Hamburg. Und im Herbst geht es voraussichtlich wieder nach Japan, da drängen mich die Kunden richtiggehend dazu. Das ist auch kein Wunder, dort liegen meine architektonischen Wurzeln, und ich kenne mich wirklich gut aus. Ich werde also diesem Wunsch wohl nachgeben!

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