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So geht selbständig.

DDr. Marion Noe-Letschnig behauptet von sich, sie würde lediglich das Ei, das ihr Mann, Prof. Dr. Christian Noe gelegt hat, ausbrüten. Aber natürlich ist die Entwicklung eines Pharmazeutikums wesentlich komplexer. Und neben etlichen weiteren Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen erfordert die jahrelange Entwicklung auch erhebliche finanzielle Ressourcen. Um diese sicherzustellen, setzt das Team von Profem für die letzten Schritte auf dem Weg zur Zulassung von Candiplus auf Crowdfunding?.

Ein lästiges Problem ohne überzeugende Lösung

Die Idee zur Suche nach einer nachhaltigen Behandlung des Scheidenpilzes hat sich aus meiner Praxis ganz zwangsläufig ergeben. In jeder gynäkologischen Ordination ist das regelmäßig ein drängendes Thema. Etwa 75 Prozent der Frauen weltweit erleiden mindestens einmal eine Scheidenpilzinfektion, von diesen verlaufen wiederum etwa 10% chronisch. Obwohl es sich offensichtlich um ein ganz alltägliches Problem handelt, wird aus Scham nur ungern über die Erkrankung gesprochen. Und oft werden nur die Symptome behandelt – ohne nachhaltigen Erfolg.

Dieser ist deshalb so schwierig zu erreichen, weil sich, wenn das Leiden chronisch wird, ein Biofilm bildet, der zum Versagen herkömmlicher Therapieansätze und zu häufig wiederkehrenden Krankheitsepisoden führt. Das bedeutet, dass die Pilzhyphen nicht nur oberflächlich anhaften, sondern in tiefere Schichten einwachsen, eine chronische Entzündung verursachen, wodurch die betroffenen Stellen noch anfälliger werden und es immer wieder zu starken Schmerzen kommt.

Momentan gibt es Salben zur lokalen, äußerlichen Anwendung sowie oral verabreichte Präparate, die aber erst durch den ganzen Organismus müssen, um den Pilz zu bekämpfen. So geht auch ein erheblicher Teil der Wirkung auf dem Weg verloren und es kommt bei der derzeit häufigsten Behandlungsform (mit Fluconazol) meist schon nach einigen Wochen zum Wiederauftauchen der Symptome. Trotzdem hat es seit den 1980er Jahren keine neuen Therapieansätze gegeben. Also haben wir uns darum gekümmert – und sehen hier auch ein großes Marktpotenzial.

Eine Idee und zehn Jahre Entwicklungsarbeit

2012 haben wir ProFem gegründet, ein Unternehmen, das innovative Therapiekonzepte in der Frauenheilkunde erarbeitet und umsetzt. Seit etwa 10 Jahren entwickelt ProFem mit Candiplus ein vielversprechendes Therapeutikum. Es wird lokal als Salbe angewandt, bietet rasche Schmerzlinderung und bekämpft den Pilz – dank seiner Fähigkeit, dessen schützenden Schleimfilm zu durchbrechen – sehr effektiv. Wegen der lokalen Anwendung hat ProFem auch nicht jene Nebenwirkungen, die eine orale Therapie nach sich ziehen kann. Von 2017 bis 2018 konnten wir eine Phase 2a-Studie (Proof-of-Concept) durchführen, die unsere Erwartungen voll erfüllt hat. Die Phase 3 Studie, die sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit des Präparats endgültig unter Beweis stellt, wird im Oktober 2022 abgeschlossen sein.

Eigenkapital, Förderungen ... und Crowdfunding

Bis hierhin haben die Gründer und Teilhaber von ProFem die Entwicklungskosten selbst getragen. Und in Österreich gibt es für Neugründungen auch viele interessante Fördermöglichkeiten: In der Gründungsphase wurden wir durch INiTS, das Universitäre Gründerservice Wien, eine PreSeed-Förderung des Austria Wirtschaftsservice AWS sowie durch die Technologieagentur Wien unterstützt. Die Phase 2 und 3 Studien wurden ebenfalls vom AWS unterstützt, dazu kam die Förderung der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG aus dem KliPha Programm.

Doch 2020/2021 hat uns die Pandemie vor unerwartete Aufgaben gestellt. Aufgrund der Zugangsbeschränkungen zu medizinischen Einrichtungen wurde es schwierig, Patientinnen zu finden, mit denen wir die Testung durchführen konnten, und natürlich hat der Zeitverlust auch einen Einfluss auf die Kosten gehabt. In dieser Zeit kamen wir auf die Idee, eine Crowdinvesting Kampagne über die Plattform Conda zu starten.

Awareness schaffen und Tabus brechen

Es geht dabei nicht nur darum, Kapital zu generieren, sondern auch darum, das Thema zu enttabuisieren und die Chancen, die so ein Biotech Start-up für Österreich bietet, aufzuzeigen und bekannt zu machen. 2010 wurde uns vom AWS und dem Wirtschaftsministerium der Best of Biotech-Titel verliehen, 2012 gewannen wir den 1. Preis bei FemPower-Foerderungsbewerb des Zentrums für Innovation und Technologie der Wirtschaftsagentur. Damals haben wir festgestellt, dass Schlagzeilen in der Start-up Szene auch dem zugrundeliegenden Thema Aufmerksamkeit bringen.

Dazu kommt in unserem Fall, dass wir tatsächlich eine vielversprechende Entwicklung auf den Markt bringen, die auch ausschließlich auf die Rendite fokussierte Interessenten zufriedenstellen können sollte. Da die Patente für Fluconazol – dem derzeitigen Goldstandard für die Behandlung von chronischem Scheidenpilz – mittlerweile abgelaufen sind, kommt in einem Markt, mit dem bislang große Konzerne jährlich Umsätze in Milliardenhöhe gemacht haben, wohl einiges in Bewegung.

Ein spannender Markt mit großem Potential

Wir hingegen genießen mit Candiplus noch bis 2037 Patentschutz. Das ist auf einem 150 Millionen von einer einzigen Krankheit Betroffenen zählenden Markt schon ein Asset. Dazu kommt unser USP: Wir können das derzeit einzig nachhaltig wirksame Produkt, das Schmerzlinderung und Heilung ohne Nebenwirkungen verspricht, anbieten.

Als wir mit der Entwicklung begonnen haben, dachten wir, an einem Nischenprodukt zu arbeiten. Die Nische ist allerdings ein paar hundert Millionen Frauen groß. Womit Candiplus nach seiner endgültigen Zulassung, die demnächst erledigt sein sollte, sicherlich auch für die großen Pharmaproduzenten von Interesse sein wird. Bis dahin können sich aber auch kleine Investoren beteiligen. Schon ab 100 Euro kann jeder einen Beitrag zur längst überfälligen Lösung eines äußerst lästigen Problems leisten.

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