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So geht selbständig.

Nach einer Bandscheibenoperation kam die Managerin und Verkaufstrainerin Carina Dworak mit der Fitnessstudiokette Mrs.Sporty in Kontakt und war so begeistert, dass sie beruflich umsattelte und selbst ein Fitnessstudio eröffnete. Bald brachte sie ihre beruflichen Erfahrungen in das Franchise-System ein, mittlerweile leitet sie als Head of Business Development die Weiterentwicklung des erfolgreichen Konzepts.  

Trainingsbedarf nach Operation

Das erste Mal kam ich mit Mrs.Sporty 2008, nach einer Bandscheibenoperation, in Kontakt. Ich sollte zur weiteren Prävention regelmäßig Krafttraining absolvieren. Eine Freundin hat mich auf den gerade neu eröffneten Mrs.Sporty-Club in Purkersdorf, den ersten in Österreich, aufmerksam gemacht. Dort warb man unter anderem damit, dass ein Training nur 30 Minuten dauert. Für mich als Marathonläuferin war das zunächst unvorstellbar, für weniger als eine Stunde Sport würde ich mich erst gar nicht umziehen, habe ich gemeint.

Ich bin dann aber trotzdem für ein Probetraining hingegangen und war beeindruckt. Die hatten moderne hydraulische Geräte, wie ich sie zuvor noch nie gesehen hatte. Im Gespräch mit den Betreibern habe ich erfahren, dass es sich um eine Franchise-Kette handelt, mit damals über 200 Clubs in Deutschland. Ich habe mich sofort eingeschrieben und mich bereits auf der Heimfahrt mit dem Fahrrad nach Wien gefragt, wieso es eigentlich in Wien kein Fitness-Center gibt, das nicht auf Bodybuilding oder Hochleistungssport ausgerichtet ist. Dass es Bedarf an frauenorientierten Trainings-Clubs gab, davon war ich überzeugt. Die meisten Clubs waren ja damals stark männlich dominiert. 

Bewerbung als Franchisenehmerin

Noch am gleichen Nachmittag habe ich mich als Franchisenehmerin beworben. Ich hatte zwar keine professionelle Ausbildung als Trainerin, aber ich dachte mir, weil ich sportlich bin, würde ich das schon lernen. Ich wurde gemeinsam mit anderen Interessenten zu einem Treffen mit erfahren Franchisenehmern und der Geschäftsführung eingeladen und hatte das Gefühl: Das ist genau meins. Rückblickend habe ich damit die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Franchise erfüllt: Man muss sich mit der Marke und dem Produkt, das man zukünftig selbst anbietet, ganz zu Hause fühlen. 

System mit klarem USP

Natürlich können bei Mrs.Sporty nicht nur Frauen Franchisenehmer werden. Ungefähr ein Viertel aller Betreiber sind Männer, es gibt auch etliche Trainer. Aber dass Frauen beim Training unter sich sind, ist für viele ein wesentlicher Grund, eine Mitgliedschaft zu erwerben. Dazu kommen die kompakte Trainingsdauer und die persönliche Betreuung. Für die Franchisenehmer bedeutet das: Es gibt einen ganz klaren USP, ein gut kommunizierbares Alleinstellungsmerkmal. Und darauf kommt es schließlich an. Man will ja mit seinem neuen Business Erfolg haben, dazu gehört eine klar definierte, möglichst große Zielgruppe. Frauen machen immerhin über 50 Prozent der Bevölkerung aus. 

Effizienter Erfahrungsaustausch

Ein weiterer wichtiger Vorteil, den ich schnell erkannt habe und auf den Franchisenehmer generell achten sollten, ist, wie effektiv Erfahrungen der Partner weitergegeben werden. Im Falle von Mrs.Sporty sind das immerhin Inputs von mittlerweile 500 Clubs. Es gibt eine Reihe von Leitfäden, die jeder Franchisenehmer erhält und sich damit an bewährten Praxis-Beispielen orientieren und seine Mitarbeiter schulen kann. 

Das ist ein unschätzbarer Vorteil. Als Einzelkämpfer könnte ich etwa kaum verlässlich abschätzen, wie sich der Markt in zehn Jahren entwickelt. Bei Mrs.Sporty gibt es einen regionalen Business Consultant, der den Franchisenehmern jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht. Und jeder Franchisenehmer bekommt den Daily Production-Report mit typischen Geschäftszahlen, etwa wie sich die Mitgliederzahlen entwickeln. 

Unterstützung bei der Mitarbeiterschulung

Ein guter Franchisegeber unterstützt seine Partner auch bei der Mitarbeiterschulung. Im Fall von Mrs.Sporty umfasst das nicht nur den Verkauf, sondern auch die Ausbildung und Einschulung der Trainer. Unsere Tutorials basieren mittlerweile alle auf E-Learning, das heißt, als Betreiber muss ich nicht immer persönlich einschulen. Das spart einerseits Zeit und garantiert anderseits auch bestimmte Qualitätsstandards. Unsere Franchisenehmer kommen ja aus ganz unterschiedlichen Richtungen, manche vom Sport, andere vom Verkauf oder Marketing. Dank der Tutorials können wir jedem dort Expertise liefern, wo er oder sie diese nicht schon mitbringt.

Vom Bewerber zum Partner

Für Franchisegeber wiederum ist es wichtig, schon früh zu prüfen, ob eine Partnerschaft erfolgreich sein kann. Wir veranstalten regelmäßig einen Unternehmertag, wo wir die Interessenten treffen und kennenlernen. Stellen beide Partner fest, dass sie zueinander passen, kommt der Vertrag zustande. 

Der nächste Schritt ist dann der Businessplan. Hier fließen die individuellen Kosten des Franchisenehmers, vor allem für die Immobilie, und jene, die wir als Franchisegeber natürlich gut kennen, zusammen. Eine starke Marke wie Mrs.Sporty im Hintergrund vereinfacht eventuelle Verhandlungen für einen Kredit ungemein und macht die Finanzierung deutlich einfacher. Und ein guter Franchisegeber analysiert für seine neuen Partner auch die Location gründlich – ob die Lage passt, das Einzugsgebiet interessant genug ist, wie es mit der Konkurrenz ausschaut. 

Wenn alles passt, bekommt der Franchisenehmer eine zehntägige Ausbildung, dazu kommt noch eine Woche Praktikum. Außerdem betreiben wir eine Personalbörse, die bei der Suche nach geeigneten Mitarbeitern behilflich ist. 

Finanzierungsbedarf

Ganz wichtig ist es für Franchisenehmer, den Finanzierungsbedarf realistisch einschätzen zu können, und hier hat der Franchisegeber natürlich schon viel Erfahrung. Wir rechnen etwa typischerweise mit einen Bedarf ab 50.000 Euro bis zu jenem Zeitpunkt, wo der Club Geld abzuwerfen beginnt. Darin sind Franchisebeitrag, Miete und Grundausstattung und auch die Kosten für die Bewerbung und das Marketing der Startphase inkludiert. 

Der monatliche Beitrag für die Franchisepartnerschaft beträgt 5,7% des Netto-Umsatzes, dazu kommt die Gerätemiete, wenn man die Geräte nicht selbst kauft. Damit es sich rechnet, sollte ein Club im ersten Jahr auf 150 bis 200 Mitglieder kommen, im zweiten Jahr sollte sich diese Zahl verdoppeln. Das bedeutet: Wenn eine Region, wie etwa Wien, schon gut abgedeckt ist, sind diese Zuwächse nicht realistisch. Aber es kommen schon die ersten Partner in ein Alter, wo sie sich zurückziehen und ihre Clubs weitergeben wollen.

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Fazit

Die Selbstständigkeit unter dem Dach eines Franchisegebers bietet eine Reihe von Vorteilen, etwa die Bekanntheit der Marke oder die besseren Voraussetzungen, eine Finanzierung zu bekommen. Man sollte aber, bevor man sich bindet, unbedingt für sich klären: Passt das Unternehmen zu mir, kann ich mich mit dem Produkt identifizieren? Welche Leistungen bietet der Franchisegeber? Wie schaut es mit dem Support aus, gibt es ein Handbuch, das möglichst alle Fragen beantwortet? Wie stark ist die Marke, wie intensiv das Marketing, wie effektiv die Werbung? Wie viel Wert wird auf die Ausbildung gelegt? Wie viele Partner gibt es schon, ist noch Platz für mich, werde ich vor Konkurrenz aus dem eigenen Haus, etwa durch definierte Geschäftsgebiete, geschützt? 

Und zu guter Letzt natürlich: Was kostet mich das alles? Erst, wenn man unterm Strich auf ein positives Ergebnis kommt, kann man den Sprung ins kalte Wasser wagen. Als Unternehmer mit einem Franchisevertrag sollten die Risiken jedenfalls deutlich geringer sein als ganz ohne Netz!

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