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So geht selbständig.

Zahlungen ans Finanzamt: die Einkommenssteuer

Wieviel Einkommensteuer man zahlt – und ob man überhaupt eine zahlt – hängt vom Gewinn ab.

  • Unter einem Jahresgewinn von 11.000 Euro zahlt man keine Einkommenssteuer.

Dann wird gestaffelt:

  • von 11.000 bis 18.000 Euro Gewinn 25 Prozent,
  • von 18.000 bis 31.000 Euro 35 Prozent,
  • von 31.000 bis 60.000 Euro 42 Prozent,
  • von 60.000 bis 90.000 Euro 48 Prozent,
  • ab 90.000 Euro 50 Prozent
  • ab 1 Million Euro 55 Prozent

Das Finanzamt richtet sich nach den Zahlen, die man über die Einkommenssteuererklärung bekannt gibt. Da es im ersten Geschäftsjahr noch keine Forderung gibt, kommt sie im Folgejahr in Form einer Nachzahlung.

Zusätzlich beginnen ab dem zweiten Jahr die quartalsmäßigen Einkommenssteuer-Vorauszahlungen, die das Finanzamt festlegt.

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ACHTUNG: Das Finanzamt geht von einem steigenden Gewinn aus. Wenn Sie merken, dass das laufende Jahr gewinnmäßig gleich oder sogar schlechter ausfällt, können Sie die Vorauszahlung herabsetzen lassen. Dazu genügt ein kurzer Antrag ans Finanzamt, den Sie bis zum 30. September des jeweiligen Jahres stellen.

Fälligkeit: Die Einkommenssteuer-Vorauszahlungen sind jeweils Mitte des entsprechenden Quartals fällig, also z.B. am 15. November für das vierte Quartal (die Monate Oktober – Dezember).

Zahlungen ans Finanzamt: die Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuer abführen (20 oder 10 Prozent, je nach Gewerbe) müssen Sie , sobald Sie Ihren Kunden Umsatzsteuer verrechnen. Dafür können Sie die sogenannte Vorsteuer  gegenrechnen: die Steuer, die alle Produkte und Dienstleistungen enthalten, die man für sein Unternehmen einkauft (20 oder 10 Prozent).

Zu Beginn der Selbständigkeit kann man beim Finanzamt einen sogenannten Regelbesteuerungsantrag stellen. Damit gibt man bekannt, dass man in jedem Fall umsatzsteuerpflichtig ist. Oder man entscheidet sich für die Kleinunternehmerregelung – dann ist man von der Umsatzsteuer befreit.

Die Kleinunternehmerregelung empfiehlt sich für Sie,

  • wenn Sie nur wenig verdienen bzw. in einer Branche arbeiten, wo an Privatpersonen vergleichsweise nur geringe Honorare verrechnet werden können (z.B. Schneiderei) und
  • wenn Sie auch keine größeren Investitionen in ihr Unternehmen tätigen.

Als Kleinunternehmer darf der Umsatz pro Jahr nicht höher als 30.000 Euro sein. Man zahlt keine Umsatzsteuer, kann allerdings auch keine Vorsteuer geltend machen.

Fälligkeit:

  • Wer unter 100.000 Euro Umsatz macht, zahlt die Umsatzsteuer einmal im Quartal:
    15. Februar (für das Quartal Oktober bis Dezember des vorangegangenen Jahres),
    15. Mai (für das Quartal Jänner bis März),
    15. August (für das Quartal April bis Juni),
    15. November (für das Quartal Juli bis September).

    Fällt der Zahltag auf einen Feiertag – was z. B. am 15. August ja immer der Fall ist – so gilt der nächste Werktag.
  • Wer über 100.000 Euro umsetzt macht, muss monatlich zahlen.

Zahlungen an die SVA

Wer in Österreich selbständig arbeitet, ist bei der Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft (SVA) versichert. Sobald Sie ein Unternehmen gründen, müssen Sie das daher bei der SVA melden.

Die Versicherungsbeiträge (monatlich) setzen sich für 2016 so zusammen:

  • 7,65% Krankenversicherung (mindestens 31,80 / höchstens 433,76 Euro)
  • 18,5 % Pensionsversicherung (mindestens 76,91 Euro für Gewerbescheinlose / mindestens 133,85 Euro Gewerbescheinbesitzer / höchstens 1.048,95 Euro für beide)
  • 9,33 Euro Unfallversicherung (fix und einkommensunabhängig)
  • 1,53 % Selbständigenvorsorge (mindestens 6,36 / höchstens 86,75 Euro)

Die Höhe der Beiträge, die Sie zu zahlen haben, beträgt im Schnitt 28 Prozent Ihres Gewinns.

  • Wer einen Gewerbeschein besitzt, zahlt immer SVA-Beiträge – sie beginnen bei der sogenannten Mindestbeitragsgrundlage, das sind zwischen 1.500 und 2.200 Euro im Jahr.
  • Für Selbständige, die keinen Gewerbeschein besitzen, starten die SVA-Beiträge ab einem Gewinn von rund 5.000 Euro im Jahr (genau 4.988,64 Euro).

Das Beitragssystem der SVA ist leider nach wie vor sehr kompliziert. Denn es werden erst im vierten Jahr der Selbständigkeit die genauen Beiträge erfasst, die ersten drei Jahre zahlt man, so man nichts anderes bekannt gibt, in Ermangelung von Daten (des drittvorangegangenen Jahres, denn so wird berechnet) nur den Mindestbeitrag.

Das bedeutet: Wenn die Einstufung zu gering war, kann es im Jahr vier zu erheblichen Nachzahlungen kommen. Außerdem muss man die Vorauszahlungen für das laufende Jahr leisten. Deshalb sollte man unbedingt vorsorgen, d.h. alle SVA Zahlungen müssen im Voraus eingeplant werden!

Die SVA berechnet die Vorauszahlungen nach dem dritt vorangegangenen Jahr (z.B. 2014 für 2017). Das bedeutet: Hat man im Jahr  2014 gut verdient, muss man mit entsprechenden Zahlungen rechnen, auch wenn man die folgenden Jahre nicht so gut verdient hat. Eine Herabsetzung auf den erwarteten Gewinn des laufenden Jahres ist möglich.

ACHTUNG: Beitragsgrundlage ist der Gewinn vor SVA Beiträgen selbst, also Einnahmen abzüglich aller Ausgaben, außer den Beiträgen an die SVA.

ACHTUNG: Als SVA Versicherter hat man 20 Prozent Selbstbehalt bei Arztleistungen (oder 10 Prozent, wenn man die Gesundheitsziele von „Selbständig gesund“ erreicht hat). Deshalb muss man auch mit anteiligen Kosten rechnen, wenn man Ärzte, Röntgen, Labor usw. in Anspruch genommen hat.

Fällligkeit: 29. Februar, 31. Mai, 31. August und 31. November.

Zahlungen an die Wirtschaftskammer

Sobald Sie einen oder mehrerer Gewerbescheine besitzen, sind Sie automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer. Sie zahlen für jeden einzelnen Gewerbeschein Grundumlage, das sind pro Schein ca. 80 bis 150 Euro im Jahr.

Fälligkeit: Die Grundumlage wird einmal im Jahr in Rechnung gestellt.

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Kommentare ( 2 )

  • Sehr gute Zusammenfassung!!! Ein aus meiner Sicht wichtiger Hinweis, der eigentlich eh klar ist, den man aber trotzdem gerne übersieht - betreffend Umsatzsteuerbefreiung: Man sollte nicht vergessen, dass - besonders wenn man an Nicht-Unternehmen fakturiert, alle Leistungen um 20% "teurerer" werden, wenn man zu einem späteren Zeitpunkt doch Umsatzsteuerpflichtig wird. Die Umsatzsteuerregelungen sind für die meisten Privatpersonen meist nicht verständlich. Um umso unverständlicher ist, wenn die Preise eines Unternehmens "plötzlich" um 20% teurer sind. Bei der Verrechnung an vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen ist das hingegen uninteressant. Da die Umsatzsteuer für den Unternehmer selbst ein Durchläufer ist, würde ich persönlich eher dazu raten, möglichst USt-pflichtig zu sein.
    Peter Fasol,
  • Danke für obigen Beitrag. Wäre es möglich ihn zu komplettieren wie SVA, Kammerumlagen und mehr, wie neue Selbständige Varianten etc.
    Josef Schilk,

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