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So geht selbständig.

Welche Versicherungen Selbstständige & Freelancer wirklich brauchen

Als Selbstständiger muss man sich um vieles kümmern, auch um den richtigen Versicherungsschutz. Diese essentiellen Versicherungen sollten Sie kennen.

Die Krankenversicherung

Die Krankenversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt und ist unbedingt abzuschließen. In Österreich ist die Krankenversicherung ein Teil der gesetzlichen Sozialversicherung. Selbständige sind ab einem bestimmten Einkommen verpflichtet, sich bei der SVS zu versichern.

Gerade als Selbständige*r sollte man aber über eine Zusatzversicherung, wie z.B. die Sonderklasse nachdenken. Im etwaigen Einbettzimmer lassen sich eventuell die ein oder andere geschäftliche Angelegenheit, die leider mit der Krankheit nicht wegfällt, noch nebenbei erledigen. 

Berufs-, Betriebs- und Vermögensschaden­haftpflicht­versicherung

Alle dieser drei Versicherungen sind der privaten Haftpflichtversicherung ähnlich. Sie decken Schäden ab, die gegenüber Dritten entstehen. Je nach Bedingungen schützen sie vor Schadenersatzansprüchen durch Personen-, Sach- oder Vermögensschäden. In vielen Einzelberufen, aber auch in Betrieben, stellen ungesicherte Schadenersatzansprüche ein wesentliches Ruin- bzw. Existenzrisiko dar. Schäden können hier schnell sehr hoch werden. Aus diesem Grund sollte eine Versicherung gegen derlei Ansprüche für jeden Selbständigen, Freelancer oder Unternehmer selbstverständlich sein.

Für die drei Begrifflichkeiten finden sich im Netz viele unterschiedliche Beschreibungen. Selbst Versicherungsunternehmen verwenden sie nicht einheitlich. Wir haben im Folgenden versucht, die Unterschiede verständlich zu machen:

Die Berufshaftpflichtversicherung

Eine Berufshaftpflichtversicherung greift für Schäden, die unmittelbar aus der Berufsausübung resultieren. Ein prominentes Beispiel ist hier die Arzthaftpflichtversicherung. Passiert einem Arzt bei einer Behandlung ein vermeidbarer Fehler, so entsteht daraus oft ein Schadenersatzanspruch für den Patienten.

In solchen Fällen schützt die Berufshaftpflichtversicherung. Sie wird meist von einer Person abgeschlossen. Für bestimmte Berufsgruppen ist eine Berufshaftpflicht­versicherung sogar gesetzlich verpflichtend – etwa für Hausverwalter, Rechtsanwälte (und Rechtsbeistände), Steuerberater, Architekten, Ingenieure, Treuhänder und Ärzte.

Die Betriebshaftpflichtversicherung

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die eine Firma/ein Betrieb und ihre/seine Mitarbeiter gegenüber Dritten verursachen. Je nach Bedingungswerk sind Personen- und Sachschäden, oftmals auch Vermögensschäden abgesichert.

Rutscht beispielweise ein Patient auf der ungenügend geräumten Einfahrt der Arztpraxis aus und bricht sich ein Bein, greift für gewöhnlich die Betriebshaftpflichtversicherung und nicht die Berufshaftpflichtversicherung. Denn der Schaden ist nicht unmittelbar bei der Berufsausübung entstanden.

Versichert sind in der Regel alle Mitarbeiter des Betriebs. Wichtig ist aber, dass nur Schäden gegenüber Dritten versichert sind. Richtet ein Mitarbeiter beim Beladen einen Schaden am firmeneigenen Transporter an, so fällt dieser nicht unter die Deckung der Betriebshaftpflichtversicherung.

Die Vermögensschadenhaftpflicht

Die Vermögenschadenhaftpflichtversicherung kann als Spezialfall der Betriebshaftpflichtversicherung gesehen werden. Oftmals sind die Deckungssummen für Vermögensschäden in der Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung stark begrenzt. Will man höhere Summen abdecken, ist eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung sinnvoll.

Gerade bei prüfenden oder beratenden Tätigkeiten können Schadenersatzansprüche durch z.B. Fehlberatung schnell sechsstellige Beträge erreichen. Entspannt ist, wer für einen solchen Fall sinnvoll vorgesorgt hat. Ergänzend sollte noch erwähnt werden, dass eine Betriebshaftpflichtversicherung nicht für Erfüllungsschäden leistet. Darunter versteht man Schäden, die durch die Nichterfüllung von vertraglichen Verpflichtungen entstehen. Für diese Art Schaden muss man als Unternehmer selbst einstehen.

Die Rechtsschutzversicherung bzw. der Betriebsrechtschutz

Ging es eben noch um die Absicherung von Schäden, die bei Dritten verursacht wurden, so sollte man auch die andere Seite betrachten. Was passiert, wenn man z.B. selbst oder das Unternehmen einen Schaden erleidet und man einen Anspruch geltend machen muss. Oft ist in einem solchen Fall leider ein kostspieliger Rechtsstreit notwendig, beispielsweise im Falle der Zahlungsunwilligkeit von Kunden.

Die anfallenden Kosten für einen Rechtsstreit kann man durch den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung abmildern. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch allen Unternehmen mit Mitarbeiter*innen – etwa für den Fall einer strittigen Kündigung – und allen Inhaber*innen von Firmenfahrzeugen wird ein Betriebsrechtsschutz sehr ans Herz gelegt.

Zudem bieten viele Rechtsschutzversicherungen als Zusatzleistung eine kostenlose anwaltliche Beratung an. Mit dem entsprechenden rechtlichen Know-how und fachmännischer Hilfe lassen sich Rechtsstreitigkeiten nicht selten schon vor einem drohenden Verfahren außergerichtlich beilegen.

Private Unfallversicherung und Ablebensversicherung für Selbstständige

Ein plötzlich von außen auftretendes Ereignis, das Ihr komplettes Leben verändert. Ein schwerer Unfall bis hin zum eigenen Tod: All diese Szenarien klingen furchtbar, aber sie liegen im Bereich des Möglichen. Nicht nur, wenn man direkt beruflichen Gefahren ausgesetzt ist, kann eine Unfallversicherung Sinn machen.

Ist man durch einen Unfall dauerhaft körperlich beeinträchtigt, braucht man Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen. Leider warten finanzielle Verpflichtungen oft nicht, bis man vollständig genesen und wieder einsatzfähig ist. Im Falle eines Unfalls kann man also bei vorhandener Unfallversicherung die fällige Versicherungssumme nicht nur verwenden, um z.B. sein Haus oder den Betrieb barrierefrei umzurüsten. Auch finanzielle Verpflichtungen können mit der Versicherungssumme abgefangen werden, sodass das Unternehmen und/oder auch die Mitarbeiter geschützt werden.

Hängt mehr als das eigene Schicksal am Unternehmen, z.B. der Geschäftspartner oder die Mitarbeiter, ist auch eine Ablebensversicherung ein wichtiger Baustein für die Absicherung. So können für den Falle des eigenen Ablebens zumindest das Unternehmen, die Mitarbeitenden und/oder die eigene Familie vor einem finanziellen Desaster abgesichert werden. Im Vergleich zur abgesicherten Summe sind hierfür meist recht niedrige Beiträge nötig.

Da bei einer Ablebensversicherung Leistungsauslöser und somit die Funktionsweise keiner weitreichenden Erklärung und Beratung bedürfen, eignet sich eine solche Versicherung ideal auch für einen Online-Abschluss – man kann den kompletten Prozess von der Berechnung der Prämie bis zur Polizzierung komplett online durchführen, ohne lästige Wege zu Makler oder Bank. Das geht schnell und man spart sich Zeit, die man ins eigene Unternehmen investieren kann und nicht zuletzt den lästigen Papierkram!

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) zählt heutzutage generell zu den wichtigsten Versicherungen – insbesondere also auch für Sie als Selbstständige*n. Denn sie sichert den Wegfall des Einkommens ab, sollte eine Krankheit oder ein Unfall dazu führen, dass Sie nicht mehr in Ihrem Beruf arbeiten können.

Oft fühlt man sich selbst gefeit vor diesem Risiko, da man einer vermeintlich risikolosen Tätigkeit nachgeht. Auch aus diesem Grund ist die Berufsunfähigkeit nach wie vor ein oft unterschätztes Risiko. Eine Untersuchung der deutschen Aktuarvereinigung hat allerdings ergeben, dass auch die Digitalisierung und Automatisierung und der damit einhergehende deutliche Rückgang von körperlich anstrengenden Tätigkeiten das Risiko einer Berufsunfähigkeit nicht senkt.

Nach wie vor gilt, dass von vier privat abgesicherten Personen mindestens eine Person einmal in ihrem Leben berufsunfähig wird. Oft geht dies heutzutage auch auf psychische Ursachen zurück. Und auch wenn eine Berufsunfähigkeit häufig nur temporär vorliegt, so ist das eigene Unternehmen durch eine längere Zwangspause sicher existenziell bedroht und eine finanzielle Absicherung mehr als sinnvoll.

Betriebsunterbrechungsversicherung

Die Betriebsunterbrechungsversicherung ist eine Schadenversicherung, die Schutz vor den finanziellen Folgen durch eine Störung Ihres Betriebs aufgrund von versicherten Ereignissen gewährt. Häufige Unterbrechungsschäden sind z.B. Einbruchdiebstahl, Feuer, Leitungswasser, sowie Elementarereignisse. Bei den meisten Versicherungen werden entgangene Gewinne erstattet und fortlaufende Kosten übernommen.

Wichtig für jeden Unternehmer ist es, bei einer solchen Absicherung genau die Bedingungen zu prüfen und somit, ob die gewünschten Auslöser abgesichert sind. Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig es ist, auch das Kleingedruckte bei solchen Versicherungen zu kennen. Hier sei z.B. die Betriebsschließungsversicherung als Sonderform zu nennen. Diese sichert unter anderem die entgangenen Erträge wegen der Unterbrechung durch den Eingriff staatlicher Behörden in Form einer angeordneten Betriebsschließung ab.

Die Geschäftsinhaltsversicherung

Last but not least sollten alle Unternehmer*innen über eine Geschäftsinhaltsversicherung nachdenken. Sie übernimmt die Kosten für die gesamte Büroausstattung wie Maschinen, Waren und PCs nach Zerstörung oder Diebstahl. Diese Versicherung ist sehr zu empfehlen, wenn der Betrieb im Unternehmen stark vom Inventar und eingelagerten Rohstoffen abhängt.

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Extra-Tipp: Schützen Sie sich auch vor digitalen Risiken!

Je nachdem in welcher Branche Ihr Unternehmen angesiedelt ist, gibt es auch noch diverse andere Versicherungen, über die Sie sich informieren sollten. Besonders digitale Unternehmen, also alle Firmen, die im Online-Bereich angesiedelt sind und mit sensiblen Daten arbeiten, müssen sich gesondert gegen sogenannte Cyber-Risiken absichern.

Weiterlesen: Betriebsunter­brechung: Haben Sie Ihr Unternehmen richtig abgesichert?

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