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So geht selbständig.

Hildegard Wurst gab es tatsächlich. Als "die Wurst-Omi" war sie in der Familie von Leonie Mayer-Rieck bekannt und beliebt. Und weil die Urgroßomi auch noch tatsächlich gerne Wurstkreationen auf den Tisch brachte, hat die Enkelin die Erinnerung an sie gerne aufgewärmt – und sie zur Namensspenderin für ihr Hot Dog-Start-up erkoren.

Vom Konzernjob in die Unabhängigkeit

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Von der Wirtschaft kommend bin ich zunächst in die Filmindustrie gegangen, ich habe in Deutschland von 2006 bis 2010 in der Organisation und Vermarktung von Filmfestivals gearbeitet. Dann hat es mich wieder zurück nach Wien gezogen, aber ich habe rasch festgestellt, dass die Filmszene hier relativ klein und abgeschlossen ist. Ich musste also nach neuer Beschäftigung Ausschau halten. Und kam zu dem Schluss, dass ich, wenn ich mich schon neu orientieren muss, gleich etwas völlig anderes machen will.

Vor allem wollte ich aus dem "Corporate Radl" raus und nicht mehr für große Firmen arbeiten. Also habe ich die Idee eines Freundes, der dann auch bis vor kurzem Partner in der Firma wurde, aufgegriffen. Die war eigentlich recht banal. Es gab ja schon überall Hot Dogs, aber die waren meilenweit von den echten entfernt, wie wir sie aus New York in bester Erinnerung hatten. Schnell stellten wir fest, dass die Umsetzung unserer Idee keine allzu großen Investitionen erfordert, das Produkt alleine aber – also einfach nur ein Hot Dog anzubieten – wahrscheinlich zu wenig sein würde, um Erfolg zu haben.

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Finanzierung und Grundausstattung

Der nächste Schritt war also, eine Möglichkeit zu finden, rasch bekannt zu werden, aufzufallen und zu den potentiellen Kunden hinzugehen, statt auf sie zu warten. So kamen wir auf den Food Truck – heute ein Trend, damals waren wir die ersten, die ihn ohn wieder aufleben ließen. Wir kratzten all unsere Ersparnisse zusammen, schnorrten die Familien an, nahmen einen kleinen Kredit auf und kamen so auf ein Startkapital von 30.000 Euro.

Wir kauften – ziemlich als erste! – eine Vespa Ape, diese kleine italienische Dreirad, das mittlerweile in der Stadt allgegenwärtig zu sein scheint. Inklusive Umbau und Design hat uns das etwa 25.000 Euro gekostet. Den Hot Dog-Ofen haben wir zum sehr akzeptablen Preis von rund 2.000 Euro in Deutschland bestellt. Dort gab es damals schon viel mehr Nachfrage und damit auch Lieferanten. Auch nach den hautlosen, geraden Hot Dog-Würstchen mussten wir nicht lange suchen. Überraschenderweise hatte die Wiener Firma Raddatz die schon im Programm, wir haben sie im Laufe der Zeit aber ein bisschen weiter entwickelt.

Start mit kluger Marketing-Idee

Die nötig kleine Einzelhandelskonzession war rasch und problemlos organisiert, im Sommer 2010 waren wir auf der Straße und hatten gleich großes Glück. Das WUK, ein alternatives Wiener Kulturzentrum, war so nett, uns während der Fußball WM im Hof stehen zu lassen. Ich hatte die Betreiber angesprochen, weil ich wusste, dass sie ein Public Viewing veranstalten und alle Spiele zeigen würden.

Die Nachfrage war dann auch tatsächlich umwerfend, wir sind mit der Produktion kaum nachgekommen und hatten gleich unser erstes Erfolgserlebnis. Und zwar nicht nur, weil wir wirklich gut verkauften. Wir hatten auch phantastische Mund-zu-Mund Propaganda, wurden schlagartig bekannt und kamen in den Medien – das Geschäft lief von da an hervorragend. Wobei wir meist danach trachten, auf privatem Grund zu stehen, denn die Genehmigung für den öffentlichen Raum ist an unzählige Auflagen gebunden und wird oft aus den fadenscheinigsten Gründen verweigert.

Durchdachte Produktpalette

Das Angebot haben wir bewusst klein gehalten. Denn wenn zu viele Varianten auf der Speisekarte stehen, brauchen die Leute oft länger zum Aussuchen als wir für die Zubereitung. Zu den klassischen Toppings Cheddar, Röstzwiebel, Senf und Gurkerl gibt es noch unterschiedlich scharfe Saucen, Jalapeno Chillis, Cole Slaw, Sauerkraut und Tomaten Relish, für den Amarillo auch Chilli con Carne.

Neben der klassischen Frankfurter lassen wir uns von einem Bauern und Fleischhauer außerdem eine Bio Rinderwurst ohne Haut nach unserer Rezeptur machen, dazu hat sich in letzter Zeit die Tofu-Variante als unverzichtbar herausgestellt. Speziell wenn wir für private Veranstaltungen gebucht werden, Agenturfeste oder Vernissagen etwa, müssen wir unbedingt auch eine vegane Alternative anbieten können.

Tragbarer Stand als Ergänzung

Von Anfang an haben wir uns auf Events konzentriert – auf Firmenfeiern, Partys und Straßenfeste, für die man uns Buchen kann. Dafür stellen wir individuelle Pakete zusammen, ab 200 Euro tuckern wir an. Auch dieses Angebot ist gut angekommen – etwas zu gut fast, weil wir mit der Ape natürlich nicht in den ersten Stock kommen. Also haben wir uns schon nach ein paar Monaten eine praktische, kleine Variante des mobilen Hot Dog Standes zugelegt.

Die Hot Dog-Box kommt wieder aus Deutschland, über Heinz, die Ketchup-Firma, bekommt man einen voll ausgestatteten Container. Der ist natürlich von ihnen gebrandet, was aber ohnehin perfekt zum Produkt passt. Und weil wir damit ausschließlich ihre Produkte verwenden, ist der Leasingvertrag ausgesprochen günstig. Mittlerweile ist der auch schon wieder abgezahlt, das Ding hat sich mehr als amortisiert, im Dezember beispielsweise war ich damit wöchentlich mindestens vier Mal im Einsatz.

Saisonale Optimierung

Das muss auch so sein, denn wenn ich im Herbst nicht ordentlich Umsatz mache, komme ich nicht über den Winter. Schon im ersten Winter haben wir festgestellt: Der Food Truck ist ein Saisongeschäft, und ab Februar werden auch die Veranstaltungen rar, wo man mit der Box Geschäft macht. Im zweiten Februar war´s genau das gleiche, nach dem dritten haben wir dann beschlossen: Das neue Lager, das wir ohnehin benötigen, muss auch einen Point of Sale bieten.

Den Ausschlag für den aktuellen Standort in der Operngasse haben letztlich die zahlreichen Institute in der Nachbarschaft gegeben. Seit Dezember 2015 haben wir wochentags täglich ab Mittag geöffnet. Anfangs hatten wir hauptsächlich Stammgäste, die uns kennen; dazu kommen jetzt die Studenten von der TU. Laufkundschaft ist hier eher wenig unterwegs, das war uns aber klar, da muss man einfach zwischen Kosten und Nutzen abwiegen.

Der Umsatz passt

Im Geschäft machen wir mittlerweile etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes, der Rest verteilt sich auf die beiden mobilen Outlets. Insgesamt verkaufen wir im Schnitt etwa 150 Hot Dogs pro Tag, zwischen 2,50 und 3,80 verlangen wir, je nach Zutaten, egal ob Fleisch oder Vegan. Bio-Rind kostet 40 Cent Aufpreis. Wobei wir, wenn’s sein muss, mehr als eines pro Minute schaffen. Das heißt: auf gut besuchten Veranstaltungen können wir den Tagesumsatz auch locker vervielfachen. Jedenfalls sind wir schon lange in der Gewinnzone. Ich bin wirklich froh, dass ich mich damals für die Wurst-Karriere entschlossen habe!

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