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So geht selbständig.

Häufig kommen Menschen zu mir ins Coaching und klagen: „Mir geht es schlecht. Ich kann mich nicht entscheiden.“ Ich drehe dann den Spieß um und gratuliere: „Offensichtlich haben Sie mehrere gute Möglichkeiten.“ 

Genau das macht Entscheidung häufig so fordernd: Dass wir aus mehreren Optionen eine auswählen sollen – und damit automatisch die anderen abwählen. Letzteres wollen wir nicht. Und weil wir uns nicht GEGEN die Alternativen entscheiden wollen, können wir uns auch nicht FÜR das Eine entscheiden. Doch wer immer alle Türen offenhalten möchte, wird sein Leben auf dem Flur verbringen. Überfällige Entscheidungen wirken lähmend, kosten Energie und führen häufig in die Depression. 

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Was hilft also, um dieser misslichen Lage zu entkommen? 

1. Man kann sich nicht nicht entscheiden 

Sich nicht bewusst zu entscheiden bedeutet, sich dafür zu entscheiden, etwas zu belassen wie es ist. Dann führen nicht Sie Ihr Leben, sondern Sie lassen sich vom Leben treiben. Wer je den Mut zu einer Entscheidung aufgebracht hat, weiß, wie viel positive Energie plötzlich frei wird, sobald das Damoklesschwert der schwelenden Entscheidung nicht mehr über einem hängt.

2. Entscheidungen sind nicht richtig oder falsch 

Entscheiden heißt Vor- und Nachteile abzuwägen. Meist führen mehrere Wege nach Rom. Es ist gar nicht so wesentlich, für welchen Weg sie sich entscheiden. Wichtig ist, dass sie in die Gänge kommen. Und dass Sie den Weg, für den Sie sich entschieden haben, mit ganzem Herzen gehen. Die übelste Variante wäre, sich für das Eine zu entscheiden und dann immer auf die Vorzüge der Alternative zu schielen.

3. Meist gibt es nicht nur „das Eine“ oder „das Andere“ 

Tatsächlich sind die Ja/Nein-Entscheidungen die schwierigsten – zwei Alternativen, zwischen denen es schwer fällt zu wählen. In der systemischen Beratung gibt es für solche Fälle das Werkzeug des „Entscheidungs-Tetralemmas“. 

  • Der Klient beschreibt zunächst, was für ihn/sie „das Eine“ und „das Andere“ ist. 
  • Dann lässt der Coach ihn/sie nachfühlen, was die jeweiligen Optionen für die Gegenwart, für die nahe und fernere Zukunft sowie die Totenbett-Perspektive bewirken.
  • Durch zwei weitere Optionen, nämlich „das Eine UND das Andere“ und „weder das Eine noch das Andere“ wird der ja/nein Gegensatz aufgebrochen. 
  • Und als Jolly Joker gibt es dann noch „das ganz Andere“, an das man häufig vordergründig gar nicht gedacht hat.

4. Bereiten Sie für Ihre Entscheidung eine solide Basis vor 

Auch wenn wir noch so genaue Pläne machen – Entscheidungen werden letztendlich immer emotional getroffen. Neurobiologisch ist das in unserem Hirn so verankert. Vertrauen Sie Ihrer Intuition und hören Sie auf Ihre innere Stimme. Häufig wissen wir im Inneren schon, was wir wollen, trauen uns jedoch nicht, es auch bewusst an die Oberfläche zu bringen. 

Heinrich Heine beschreibt in seinem Aufsatz „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ wie das Aussprechen von zunächst scheinbar wirrer Gedanken Ordnung ins Denken bringt. Ein Coach macht dies mit professionellen Methoden. Sie kennen das: Wenn Ihnen ein Freund, eine Freundin Gehör schenkt, bringt das meist Klarheit. Bitten Sie Ihre Zuhörer, Ihnen wirklich nur zuzuhören und nicht ihre eigenen Gedanken, Zweifel, Befindlichkeiten, Hoffnungen etc. in ihre Gedankengänge einzubringen.

5. Veränderungen sind immer mit Ängsten verbunden 

Entscheidungen haben es an sich, dass Sie die Zukunft betreffen und daher mit viel Ungewissheit verbunden sind. Unsere Fähigkeit zur (Vor-)Freude hilft uns, uns diesen Ängsten zu stellen und sie zu überwinden. Mehr dazu in meinen Port41-Beitrag „Angst vor dem Scheitern? Gefahren beherzt und umsichtig begegnen!“.

6. Führung verlangt Entscheidungen

In der militärischen Führung wird dem Entscheidungsprozess zentrale Bedeutung beigemessen. Stellen Sie sich folgende Leitfragen: „Was weiß ich und was weiß ich nicht?“ „Was kann ich beeinflussen und was entzieht sich meinem Einfluss?“ Klug ist es, sogenannte robuste Entscheidungen zu treffen: Diese führen zwar unter günstigen Bedingungen nicht zu den allerbesten Ergebnissen, reagieren dafür aber weniger auf negative Störeinflüsse. Die Schwedische Weisheit „Auf das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und es nehmen, wie es kommt“ ist eine hilfreiche Devise.

7. Identifizieren Sie sich mit Ihrer Entscheidung

Etwa indem Sie sich immer wieder in Erinnerung rufen, welche Vorzüge beim Abwägen Ihrer Alternativen Sie bewogen haben, genau diese Wahl zu treffen. Mehr zum Thema Ziel lesen Sie in meinem Port41-Beitrag „Ziele setzen, aber richtig: So verleihen Sie Ihrem Business Flügel". Fest steht: Jeder Erfolg beginnt mit dem Entschluss des Handelns.

8. Dokumentieren Sie Ihre Entscheidung 

Schreiben Sie die wesentlichen Annahmen und Überlegungen auf, die Sie zu Ihrer Entscheidung bewogen haben. Halten Sie fest, wie Sie zu dem Schluss gekommen sind, dass die Vorzüge der gewählten Lösung die Nachteile überwiegen und den Einsatz rechtfertigen. 

Es ist sinnvoll, in gewissen zeitlichen Abständen die getroffene Entscheidung zu überprüfen und zu überlegen, ob geänderte Rahmenbedingungen eine Richtungskorrektur sinnvoll oder sogar erforderlich machen.

9. Stellen Sie sich taub gegen Unkenrufe 

Auch wenn Sie von Menschen kommen, die es durchaus gut mit Ihnen meinen. Vielleicht wollen Sie prominent ein Plakat anbringen: „Please Do Not Feed the Fears!“.

Sie können die gute Absicht würdigen, dass anderen augenscheinlich Sie und Ihr Wohlbefinden so wichtig sind, dass sie sich damit befassen. Es wäre ja auch nicht schön, wenn es Ihren Mitmenschen egal wäre, wie es Ihnen geht. Aber bitten Sie sie, Ihre Entscheidungen zu respektieren. Denken Sie auch daran, dass Neid eine verkrüppelte Form der Wertschätzung ist, im Sinne der Wiener Volksweisheit: „Mitleid bekommt man umsonst. Neid muss man sich verdienen.“ 

10. Unterscheiden Sie zwischen „Rat-Schlägen“ und inspirierenden Anregungen

Die emotionalen Ohrfeigen der Besserwisserei erkennen Sie daran, dass dabei mitschwingt: „Das einzig Wahre für dich ist …“ und „Ich weiß, was für dich gut ist.“ In der Psychologie nennt man so etwas „symbiotischen Machtübergriff“: Man schließt von sich auf andere, ohne die Einzigartigkeit der verschiedenen Menschen zu würdigen. Und es ist auch eine Grenzverletzung, weil der Ratgeber nicht respektiert, dass die Entscheidung bei jedem selbst liegt. 

„Lass dir aus dem Wasser helfen oder du wirst ertrinken“, sprach der Affe. Und setzte den Fisch auf den sicheren Baum. Dieser Aphorismus verdeutlicht, dass was für den einen die stimmige Lösung ist, kann für den anderen völlig daneben sein. 

Anregende Impulse hingegen erschließen Möglichkeiten, beschreiben ähnliche Situationen, wo man hinschauen kann, sich das Eine nimmt und das Andere lässt. Sie führen dazu, dass man selbst durch neue Perspektiven neue Sichtweisen und Lösungsansätze gewinnt. Meinen Port41-Beitrag „Wie Sie überzeugen, ohne besserwisserisch zu wirken“ können Sie auch dazu nutzen, um „Rat-Schläge“ von inspirierenden Anregungen zu unterscheiden.

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Und manchmal kommt es anders

Manche Entscheidungen wirken im Nachhinein wie Fehlentscheidungen. Doch seinerzeit hatte man gute Gründe, sich so zu entscheiden, wie man sich entschieden hat. Gegen das Killerargument: „Warum hast du damals nicht …“ helfen die Worte des Philosophen Søren Kierkegaard „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden“.

Beachten Sie, dass GESCHEITERT nur der Buchstabe T von GESCHEITER trennt – Reflexionsbereitschaft vorausgesetzt: „Was lerne ich daraus und was mache ich ab jetzt anders, um noch zielführender zu agieren?“ 

Jede Entscheidung birgt das Risiko, dass Rahmenbedingungen sich in der Zukunft anders entwickeln, als wir angenommen haben. Das soll uns dennoch nicht entmutigen, das Wagnis des Neuen einzugehen: „Ein Mensch, der sein Leben so einrichtet, dass er niemals auf die Schnauze fällt, kriecht nur noch auf dem Bauch herum.“, besagt ein irisches Sprichwort. So gesehen ist jede Entscheidung ein Gewinn für Ihr Leben: Entweder die Entscheidung führt zum angestrebten (materiellen oder immateriellen) Gewinn – oder Sie gewinnen Erfahrungen.

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