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So geht selbständig.

Das Entwerfen von Projekten hat den Architektensohn Michael Lisner schon von klein an fasziniert. Die gefühlte Ewigkeit, die es dann aber bis zur Umsetzung dauerte, war ihm jedoch immer schon ein Dorn im Auge. 1993 begann er sein Studium an der Technischen Universität (TU) in Wien, konzentrierte sich aber bald auf die dreidimensionale Visualisierung von Räumen. Heute zählt er zu den führenden Spezialisten, wenn es um die dreidimensionale Darstellung komplexer Inhalte geht, der „Multi-Touch-Tisch“ seiner Firma Virtual DynamiX beschert satte Gewinne.

Kindheit auf der Baustelle

Von Kindesbeinen an habe ich die Architektur geliebt – ich habe vor der TU schon die HTL für Hochbau besucht – aber es ging mir immer alles zu langsam. Dass ein Projekt bis zur Realisierung fünf Jahre dauern soll, war mir als Jungem unverständlich. Als ich 1993 an der TU inskribierte, entdeckte ich auch die digitale Welt: Die 3D-Darstellung steckte damals in den Kinderschuhen, bestenfalls ein paar „Freaks“ beschäftigten sich damit. Ich war einer davon und so glitt ich während meines Studium zunehmend in die Virtuelle Welt: Dort konnte ich arbeiten und sofort ein Ergebnis sehen. Das war für mich damals das Einzige, das gezählt hat. Mit dem Alter sehe ich das natürlich etwas distanzierter, neutraler – das Handfeste, Materielle bekommt eine viel höhere Wertigkeit. Aber damals war ich noch viel ungeduldiger.

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Virtuelle Diplomarbeit

Für meine Diplomarbeit habe ich mittels Computer Aided Virtual Environment (CAVE) die räumliche Darstellung einer Datenbank entworfen. Damit konnten große Datenvolumen so dargestellt werden, dass sich schnell Häufungen erkennen lassen. In meinem Fall analysierte ich die Studiensammlung des Wiener Museums für Angewandte Kunst (MAK) und konnte so die Schwerpunkte der Sammlung übersichtlich darstellen.

Das Projekt wurde zunächst abgelehnt, mit der Begründung, es wäre zu weit von der Architektur entfernt. Ich habe das Thema aber mit dem Argument verteidigt, dass auf althergebrachte Architekten ohnehin kein überreiches Arbeitsplatzangebot warten würde, und schließlich wurde ich zugelassen. 2002 habe ich mein Diplom erlangt.

Früher Start ins Unternehmertum

Danach habe ich ein, zwei kleine Bauaufträge erledigt, wichtiger war mir aber meine Firma Virtual DynamiX, die ich schon 1999, während des Studiums, gegründet hatte. Ich habe versucht, in den Markt der Architekturvisualisierung vorzudringen. Es ist mir nicht wirklich gelungen, im Nachhinein muss ich gestehen, dass da meine Qualität noch nicht wirklich überzeugend war.

Dann kam das Mozart Jahr 2006 und damit unser Schlüssel-Projekt: ein sehr aufwendiger Animationsfilm über den englischen Landschaftsgarten in Schönau an der Triesting.

Pionierarbeit im virtuellen Raum

Ich verstand das damals als die Chance für mich, und überraschender Weise habe ich die Ausschreibung gewonnen. Es wurde eine zehnminütige Animation, für die wir zu sechst ein Jahr lang gearbeitet hatten, 6.000 Arbeitsstunden waren angefallen, fünf Angestellte und ich selbst haben in der Zeit nichts anderes gemacht, als an diesem einen Projekt zu arbeiten.

Computertechnisch war man damals noch in der Steinzeit, wir arbeiteten mit 4GB RAM, alles lief unglaublich zäh ab. Mit 120.000 Euro war es ein gut dotierter Auftrag, wir sind losgestartet und haben das Geld bis auf den letzten Cent verbraucht. Mit meiner heutigen Erfahrung würde ich den Auftrag wieder annehmen und ordentlich Gewinn machen – damals ist uns das nicht gelungen.

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Überzeugungsarbeit in der Albertina

Die Ausstellung wurde ein voller Erfolg. Albertina Direktor Klaus Schröder, der das Video zunächst nicht zeigen wollte, war schließlich begeistert von seinen animierten Aquarellen und hat sie pausenlos laufen lassen. Damit hatten wir also ein hervorragendes Referenzprodukt – aber wegen des damit verbundenen Zeitaufwandes hatten wir verabsäumt, uns um Neukunden zu kümmern.

Ich musste meine Firma auf eineinhalb Mitarbeiter verkleinern, und wir haben uns im folgenden Jahr mit Renderings für Architekturwettbewerbe durchgeschlagen. Ich habe in der Zeit fast alles selbst gemacht, aber gleichzeitig viel in Hardware und die neueste Technik investiert. Ab 2008 begann sich der Erfolg einzustellen, und ab 2010 wurde es endlich wirklich lukrativ.

Meine Firma hat ihren Sitz in Wien-Neubau, hier gibt es zahlreiche Architekturbüros. Die Architekten kommen zu mir und wir erarbeiten die Projekte gemeinsam. Mittlerweile entwerfen zwar schon viele Büros auch in 3D und stellen grobe 3D Modelle her. Wir machen dann virtuelle Fotos dieser Projekte, dazu ergänzen wir noch Material- und Lichteffekte. Man kann sagen, wir verfeinern die Projekte mit Spezialeffekten und machen sie anschaulicher.

Durchbruch mit dem VDX_TABLE

2009 nahmen wir gemeinsam mit dem Kollegen Oliver Pfeiler (studio exhibit) an einer Ausschreibung für eine Ausstellung in Innsbruck teil. Dabei ging es untere anderem um die Entwicklung eines so genannten „Multi Touch“-Tisches. Den stellt man sich am besten wie ein riesiges iPhone vor, an dem bis zu zehn Nutzer gleichzeitig interaktive Elemente bedienen können. Unser Vorschlag hat dann zwar nur den zweiten Platz gemacht, aber bei unserem nächsten Auftrag kam er zum Einsatz.

Das war eine große Wanderausstellung der Firma „Museums Partner“ über die Wikinger, für die wir den gesamten Multimedia-Content geliefert haben. Auf dem VDX_Table kann man etwa ein Wikingergrab ausgraben und Schicht für Schicht tiefer in die Geschichte eindringen. Die Ausstellung wurde ein großer Erfolg und tourt seither durch die Welt.

Inzwischen haben wir schon sechs Exemplare des VDX_Table hergestellt. Ein Tisch mit Basis-Software, die es erlaubt, auch eigene Inhalte zu erstellen, kostet 15.000 bis 18.000 Euro, je nach Hardware. Dazu verdienen wir auch an Sonderlösungen für spezielle Anwendungen.

Der Tisch ist bei vielen Gelegenheiten einsetzbar, von Architekturausstellungen bis zu kommerziellen Präsentationen, was natürlich geschäftlich sehr interessant ist: Wir vermieten den Tisch auch für ein paar Wochen oder Monate.

Und nun: die Datenbrille

Aber wir arbeiten schon am nächsten Schritt, und der geht eindeutig in Richtung Virtual Reality. So kehre ich wieder an meine Anfänge zurück: Der „CAVE“ für das MAK war ja im Grunde genommen nichts anderes, aber mittlerweile funktioniert das – nicht zuletzt dank 3D-Brille und viel höherer Rechnerleistung – unvergleichlich besser. Vor allem was die grafische Qualität und Auflösung anbelangt, bin ich echt begeistert. Wir wollen 3D-Immobilien-Präsentationen erstellen, die ein Interessent mittels Headset und Kopfhörern an jedem Ort der Welt ansehen kann.

Vor allem in der Luxusimmobilien-Branche gibt es Budgets, die wirtschaftlich sehr interessant sind. Die Darstellung eines 150-Quadratmeter-Apartments zum Beispiel bringt uns 10.000 bis 15.000 Euro. Und inzwischen weiß ich auch, wie ich meine Preise kalkuliere, damit am Ende des Tages ein guter Gewinn übrig bleibt.

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