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So geht selbständig.

Der Architektin Rhina Portillo war es früh ein Anliegen, gute Architektur und ansprechendes Design für alle zugänglich zu machen. Gemeinsam mit ihren Partnern, Matthias Urschler und Andrija Kurtic, hat sie eine App entwickelt, mit deren Hilfe man Räume einrichten und die ausgewählten Möbel und Objekte auch gleich bestellen kann. Mit Hilfe der Wirtschaftsagentur Wien machten sich die Designer und Techniker auch in Sachen wirtschaftliches Know-how fit. Nun ist die App Cozyo fit, den internationalen Markt zu erobern.

Start in der Schweiz Lateinamerikas

Ich bin in Costa Rica geboren und habe dort Architektur studiert. 2010 stand ich kurz vor meinem Abschluss und dachte mir: „Das ist nicht genug“. Die zeitgenössische Architektur hat mich fasziniert, vor allem die Möglichkeiten, die sich durch den technologischen Fortschritt ergeben haben. Besonders begeistert war ich von der britischen Architektin Zaha Hadid, die sich mit Hilfe hochkomplexer Computerprogramme weit von der traditionellen Formensprache entfernt hat.

Weiterbildung bei Hadid in Wien

Also zog es mich nach Wien, an die Akademie für angewandte Kunst, an der Hadid damals einen Lehrstuhl innehatte. Ich hatte das Glück, in Zaha Hadids Studio arbeiten zu dürfen. Dort habe ich Matthias Urschler getroffen. Er hatte auf der HTL Pinkafeld den Abschluss als Bauingenieur gemacht und war so zur Architektur gekommen. Bei Hadid haben wir uns sogenannter „parametrischer Planungsmethoden“ bedient, die durch den Einzug und die rasche Weiterentwicklung digitaler Tools möglich wurden. Der Name bezieht sich auf die zahllosen, unterschiedlichsten Parameter, die man in die Konstruktion einfließen lassen kann, um so zu völlig neuartigen Ergebnissen zu kommen.

Architektur für Alle

Zaha Hadid baute mit Vorliebe Museen, weil sie so zum Preis einer Eintrittskarte der breiten Bevölkerung den Zugang zu erstklassiger Architektur ermöglichen konnte. Matthias und ich wollten einen individuelleren Weg gehen. 

Wir waren alle paar Wochen in der gleiche Situation: Wir bekamen Anrufe von zu Hause, unsere Familien wollten Einrichtungstipps, wir als Architekten müssten doch wissen, was sie bräuchten. Was prinzipiell natürlich stimmt, allerdings hatte ich da schon längst keine Ahnung mehr, was für ein Angebot die Möbelhäuser in Costa Rica auf Lager hatten und schon gar nicht, ob die dort vorrätigen Stücke überhaupt in die Wohnung meiner Mutter passten, sowohl vom Stil als auch von den Dimensionen her. Und bei Matthias' Familie in der Oststeiermark verhielt es sich ganz ähnlich. Offensichtlich waren wir da auf ein Problem gestoßen, vor dem viele Menschen stehen, wenn sie sich neu einrichten wollen. 

Technologische Lösung

Also reifte in uns die Idee, die technologischen Tools, die wir kennengelernt hatten, zu nutzen, um eine Lösung zu finden. Als Parameter müssten die Dimensionen der einzurichtenden Räume einfließen, dazu die persönlichen Vorlieben, andrerseits natürlich auch das vorhandene Angebot an Einrichtungslösungen. Als erstes haben wir uns aber natürlich umgeschaut, ob es so etwas schon gibt oder ob in der Start-up-Szene schon jemand an etwas Ähnlichem arbeitet. Nachdem wir sicher waren, dass dem nicht so war, haben wir uns Anfang 2018 an die Arbeit gemacht. 

Unser Ziel war es, etwas zu entwickeln, mit dessen Hilfe Nutzer ohne Vorkenntnisse Einrichtungslösungen für ihre Wohnung finden, vergleichen und anschaffen können. Um unser Team komplett zu machen, brauchten wir noch einen IT Spezialisten und fanden ihn in Andrija Kurtic, der auch Co-Founder wurde.

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Künstliche Intelligenz im Handy

Als Endgeräte kamen für uns nur Hand-Held-Devices in Frage, also Tablets und Smartphones, die ja heute für jedermann verfügbar sind. Wir nutzen die eingebauten Kameras, um den jeweiligen Raum abzubilden und zu vermessen. Daraus entsteht ein virtueller Raum, in dem anschließend die in Frage kommenden Gegenstände platziert werden. Dafür sind eine Reihe von Anwendungen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz nötig. Diese analysieren den Raum, schlagen passende Objekte vor, passen sie in den Raum ein und der Nutzer sieht, wie sie in Realität aussehen würden. Wenn ihm das Resultat gefällt, kann er direkt zum entsprechenden Webstore gehen und das Stück kaufen. 

Erste Anlaufstelle Wirtschaftsagentur Wien

Die ersten Entwicklungsschritte konnten wir selbst erledigen und finanzieren. Matthias hatte in dieser Zeit einen Job bei einem Konzern, für den er den Webshop optimierte. Damit konnte er nicht nur die laufenden Kosten finanzieren, sondern auch noch wichtige Erfahrungen auf diesem Gebiet sammeln. 

Mindestens genau so wichtig waren die diversen Angebote der Wirtschaftsagentur Wien für uns. Die haben erkannt, dass viele Gründer total auf ihr Produkt konzentriert sind und darüber die wirtschaftliche Seite vernachlässigen. Wir haben von der Wirtschaftsagentur kostenlose Beratung diesbezüglich bekommen, darüber hinaus etliche Workshops und Seminare besucht. Außerdem waren sie ausgesprochen hilfreich, als es darum ging, sich in Wien zurechtzufinden. Die Wirtschaftsagentur hat spezielle Serviceangebote, die Unternehmern, die aus dem Ausland hierher ziehen, helfen, sich zu orientieren.

Weitere Unterstützung und Förderungen

Auch bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern hat uns die Wirtschaftsagentur Wien unterstützt. Wir haben nämlich rasch festgestellt, dass wir das Projekt zu dritt nicht in der nötigen Geschwindigkeit vorantreiben können und Mitarbeiter brauchen. Und auch auf das Angebot des FFG, der Forschungsförderungsgesellschaft des BMVIT hat uns die Wirtschaftsagentur aufmerksam gemacht. Wir haben also Businesspläne und Ansuchen verfasst und schließlich Anfang 2018 die Zusage über eine Förderung von fünf Mitarbeitern für ein Jahr erhalten. 

Die WKO wiederum hat es uns ermöglicht, das Projekt international vorzustellen. Dank deren Mitgliedschaft bei der Start-up-Plattform GIN, dem Global Incubator Network, guten Kontakten, sowie der finanziellen Unterstützung der Außenhandelsorganisation Advantage Austria konnten wir unser Projekt in Seoul und Singapur präsentieren.

Internationale Anerkennung 

Wir wurden daraufhin immer öfter zu Workshops und Vorträgen eingeladen, in internationalen Listen unter die vielversprechendsten Start-ups weltweit gereiht und als bestes AI- und PropTech-Start-up zum Tech Chrunch nach San Francisco eingeladen. Ich selbst wurde in der Kategorie Female Role Model bei den European Start-up-Awards nominiert. Teilweise übernahm die WKO auch die Reisekosten. Aber das Wichtigste ist, dass diese Nominierungen die nötige Aufmerksamkeit bringen, um das für die weitere Entwicklung nötige Kapital zu generieren.

Wir sprechen dafür Venture Capital Institutionen an, vor allem in Amerika, wo man Start-ups offener gegenübersteht. Dort ist diese Art der Finanzierung durchaus üblich, während es in Österreich eher schwierig ist, als Newcomer an die nötigen Summen zu kommen. Aber nicht zuletzt haben uns die Institutionen, mit denen wir hier zu tun hatten, ungemein geholfen, unser Projekt überhaupt mal auf die Beine zu stellen.

Roll Out mit Partnern

Die App ist nun so gut wie fertig, bis zum Frühjahr 2019 sollte der Soft-Launch erfolgt sein. Auf unserer Webseite kann man sich bereits registrieren und bleibt so am Laufenden. Nun gilt es, sie zu vermarkten. Wir suchen nun also weitere Kooperationspartner – mit einigen sind wir schon in Kontakt – in der Industrie, vor allem Hersteller von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen. Von deren Verkäufen, die sie über unsere App generieren, soll sich diese schließlich finanzieren. Seit unserem Auftritt in San Francisco sind wir in der Szene der Tech-Start-ups bekannt, was uns natürlich einen weitaus größeren Markt eröffnet. 

Wenn die App dann tatsächlich läuft, wird man nicht mehr in ein Einrichtungshaus irgendwo an einer Autobahn fahren müssen – vielleicht sogar mehrmals, wenn man etwas umtauschen möchte – sondern Möbel einfach dort aussuchen und anschaffen können, wo sie hingehören. Nämlich zu Hause!

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