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So geht selbständig.

Die Herausforderung, erschwinglichen Wohnraum zu finden, brachte drei Studenten aus den Bundesländern auf die Idee, den vorhandenen einfach besser zu teilen. Wie darüber hinaus auch noch sozialer Nutzen entstand, erzählt uns Lukas Hecke.

Wo wohnen Studenten?

Mein Co-Founder Manuel Schuller und ich haben einander während unseres Sozioökonomiestudiums auf der WU kennen gelernt. Wir sind beide aus den Bundesländern zum Studium nach Wien gezogen und daher mit dem Problem, eine leistbare Unterkunft zu finden, nur zu gut vertraut. Nach Abschluss unseres Studiums sind wir eines schönen Tages am Donaukanal zusammen gesessen und haben vor uns hin philosophiert – und dabei entstand der Entschluss, ein Social Business zu gründen.

Über eine gemeinsame Freundin ist dann recht bald Marlene Welzl zu uns gestoßen, der das Thema soziales Entrepreneurship ebenfalls am Herzen gelegen ist. Auch sie war von daheim am Land das Leben im Familienverbund gewohnt. Und auch im Studentenheim kommuniziert man ja ständig mit den Mitbewohnern. Also haben wir uns die Frage gestellt, wie wir denn eigentlich wohnen wollen: Wie Hühner in einer Legebatterie und ohne vielfältige soziale Kontakte jedenfalls nicht. Aus dieser Haltung hat sich die Idee eines generationsübergreifenden Wohnmodells entwickelt.

Wohnen als sozialpolitisches Thema

Ich habe mich schon während des Studiums immer wieder mit sozialpolitischen Fragen auseinandergesetzt. Eine der vordringlichen ist sicher jene der Wohnsituation in den Städten. Unsere Beobachtung war: Es gibt viele Menschen mit kleinen Pensionen und großen Wohnungen in Wien. Nachdem Kinder und vielleicht auch Partner ausgezogen sind, stehen in vielen dieser Wohnungen Zimmer leer, aber ein Umzug in eine kleinere Wohnung kommt wegen der neuen, höheren Miete auch nicht in Frage. Unsere Idee: Diese leerstehenden Zimmer an wohnungssuchende Stunden zu vermitteln könnte zwei Probleme elegant lösen.

Generationsübergreifende WGs

2015 haben wir begonnen, nach solchen Wohngelegenheiten zu suchen, etwa indem wir Angebote für Studenten nachverfolgt und uns im Bekanntenkreis umgehört haben. Und bald sind wir mit einer Gruppe Senioren in Kontakt gekommen, die unsere Idee in ihrem Bekanntenkreis weitererzählt haben. So konnten wir die ersten Matches herstellen. Die Bewohner müssen ja zusammenpassen. Wir versuchen also, Menschen mit ähnlichen Interessen zusammen zu bringen, dazu gibt es Fragebögen und intensive Vorgespräche. 

Obwohl die vorherrschende Meinung ist, das so etwas nicht funktionieren kann, weil die Lebensrealitäten von Alt und Jung zu unterschiedlich sind, hat sich schnell gezeigt, dass dem ganz und gar nicht so ist. Schnell haben sich etliche Menschen gefunden, die es spannend fanden, Studenten bei sich wohnen zu haben, und wir konnten unser Konzept in der Realität testen.

Die Chemie muss passen

Sehr bald hat sich herausgestellt, dass es in generationsübergreifenden WGs genau die gleichen Probleme gibt, wie in allen anderen. Manchmal sind die jungen Menschen zu lebhaft, genau so oft ist es aber auch umgekehrt, die gängigen Klischees kann man echt vergessen. Die Senioren von heute haben ja in jungen Jahren oft selbst Erfahrungen mit Wohngemeinschaften gemacht und vielleicht werden auch die Jungen wieder konservativer. 

Deswegen checken wir die jeweiligen Bedürfnisse und Wünsche genau ab, bevor wir unsere Interessenten zusammenbringen. 2016 hat das auf privatem Level jedenfalls schon sehr gut funktioniert und wir haben seit damals etliche reibungslos funktionierende WGs initiiert. 

Frischer Wind im Seniorenheim

2017 sind wir über eine Unterstützerin mit dem Trägerverein eines Seniorenhauses in Kontakt gekommen. Dort ist die Idee sehr gut angekommen und seit 2018 haben wir erste Verträge laufen und können über bestimmte Kontingente von Zimmern verfügen. Die Studenten bleiben zwischen ein und zwei Jahren im Seniorenhaus, zahlen Betriebskosten und verpflichten sich darüber hinaus, eine bestimmte Anzahl von Stunden für Aktivitäten im Haus zur Verfügung zu stehen.

Das ist ein eindeutiger Mehrwert! Es ist faszinierend, zu sehen, was für eine Dynamik entsteht, wenn plötzlich junge Menschen in den Häusern wohnen. In einem haben wir einen Musiker, der Hauskonzerte gibt, was natürlich gleich einmal das Lebensgefühl hebt. Oft können Senioren aber auch beim Studium unterstützen. Einige haben sogar selbst wieder zu studieren angefangen. Abgesehen vom günstigen Wohnraum für Studenten entstehen eine ganze Reihe teils überraschender Synergien. 

Die gewohnte Umgebung erhalten

Der wirtschaftliche Aspekt spielt aber nicht nur für Studenten eine Rolle. Viele Menschen können mit ihrer Pension ihre private Unterkunft kaum erhalten, selbst wenn die Miete für die Wohnung, in der sie ihr halbes Leben verbracht haben, auf den ersten Blick niedrig sein mag. Viele Vermieter melden sich bei uns, weil sie ihre Kosten senken wollen. Doch auch hier rückt die soziale Komponente meist rasch in den Mittelpunkt, etwa die Hilfe beim Einkaufen oder bei kleinen Reparaturen. Das wichtigste ist aber doch das Miteinander. Viele Senioren suchen, nachdem ein Student ausgezogen ist, möglichst rasch Nachfolge.

Generation gemeinsam

Auch der Caritas gefällt die Idee. Derzeit arbeiten wir daran, unser Konzept in einem Pflegewohnhaus umzusetzen. Da ist natürlich alles vorhanden, was den Alltag für die Bewohner technisch problemlos gestaltet, aber es entsteht ein trauriger Mix aus alten Menschen und Pflegepersonal. Mit dem Konzept einer Wohngemeinschaft kann man hier entgegensteuern.

Das Interesse diverser Trägergesellschaften ist groß – der Trend geht mittlerweile generell in Richtung Generationenhäuser. Das schlägt sich auch schon bei Neubauten nieder: Bei der Planung von neuen Wohnanlagen werden wir schon in der Planungsphase eingeladen, beratend dabei zu sein, um die baulichen Voraussetzungen für ein funktionierendes Zusammenleben sicherzustellen. 

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Das Geschäftsmodell

Für jede erfolgreiche Vermittlung verrechnen wir unseren Kunden – je nach Umfang der Dienstleistung – eine einmalige Gebühr zwischen 100 und 750 Euro. Derzeit kooperieren wir mit neun Senioren- und Pflegewohnhäusern und haben bereits über 100 Menschen in privaten Wohngemeinschaften zusammengebracht.  

Momentan arbeiten wir an einer App, die das Matching, das derzeit noch weitgehend persönlich und manuell abläuft, digitalisieren und optimieren soll. Außerdem soll die App uns ermöglichen, in andere Städte zu expandieren und ein paar Zusatzservices anzubieten, mit denen wir dann auch einen höheren Umsatz erzielen wollen. 

Am wichtigsten ist uns aber, so viele Menschen wie möglich zusammenzubringen, die voneinander lernen oder auch einfach ihren Alltag gemeinsam wieder mehr genießen können.

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