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So geht selbständig.

Das Ergebnis ihrer Doktorarbeit führte – auf dringendes Anraten ihres Professors – zu einem Patent. Nun fühlt sich Vesela Tanaskovic zwar noch immer in erster Linie als Wissenschaftlerin, ihr Wiederaufforstungsprojekt hat sich mittlerweile jedoch in ein für alle Beteiligten lohnendes Modell entwickelt.

Forschung mit Nebeneffekt

Nach meinem Technikstudium in meiner Heimatstadt Nis bin ich an die Technische Universität in Wien gegangen, um dort meine Doktorarbeit zu vollenden. Ich wollte eine kostengünstige Technik entwickeln, mit der man Ablagerungen aus Stauseen entfernen kann. Verschlammung ist ein großes Problem, weil es die Stauseen nach und nach unbrauchbar macht. 

Im Zuge meiner Arbeit habe ich nachweisen können, dass der Schlamm, der sich in diesen Stauseen bildet, eigentlich hervorragenden Dünger und fruchtbaren Humus abgibt: Es sind ja genau jene Oberflächenerden, die von der Erosion am stärksten betroffen sind. Die Zusammensetzung ist ähnlich jener der sogenannten „Alluvialböden“ – Schwemmböden, wie sie die fruchtbaren Küstendeltas oder eben auch die intensiv landwirtschaftlich nutzbaren Küstenstriche des Nils bilden.

Wir schaffen mit unserer Methode also die Basis dafür, dass einerseits Wüsten durch Wiederaufforstung an ihrer weiteren Ausdehnung gehindert werden und andrerseits solche Landstriche wieder für die Produktion dringend benötigter Nahrungspflanzen nutzbar gemacht werden können.

Doktorarbeit zum Patent angemeldet

Mein Doktorvater war von meiner Arbeit begeistert und hat mir sofort geraten, meine Technologie – nämlich die Sedimente zur Begrünung von ariden Landschaften zu nutzen – patentieren zu lassen. Ich hatte mich bis dahin immer als klassische Wissenschaftlerin gesehen, die Problemlösungen erforscht, durchrechnet und anbietet. Um die jeweilige technische Umsetzung, so meine Vorstellung, würde sich dann schon jemand kümmern.

Mein Professor hat mich aber dankenswerterweise davon überzeugt, dass ich so mein Projekt aus der Hand geben und keinen Einfluss mehr auf die Umsetzung haben würde. Meine ursprüngliche Intention war ja, Wüstengegenden wieder zu attraktiven Lebensräumen zu machen, und das wollte ich auch umgesetzt sehen.

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Gründung einer NGO

Ich habe also mein Verfahren zum Patent angemeldet. Gemeinsam mit meiner Schwester Mara, die ihren Doktor in nachhaltiger Abfallwirtschaft gemacht hat, und Mladen Jovanovic, der sich auf Finanzen und NGO-Strategien spezialisiert hat, habe ich afforest4future gegründet. Dazu kam mit Victor Pomponiou bald auch ein Forscher, der auf künstliche Intelligenz spezialisiert ist.

Die Firma ist mittlerweile als NGO organisiert, alle weiteren Aktivitäten laufen nun darüber. Inzwischen haben wir drei Schwerpunkte:

Erstens arbeiten wir weiter am Einsatz unserer Technologie, die den Schlamm aus den Speicherseen mittels Baggerschiff und Pipeline ins Umland transportiert, um dort eine landwirtschaftlich nutzbare Humusschicht aufzubauen.

Zweitens haben wir eine biologisch arbeitende Kläranlage entwickelt, die wir industriell herstellen wollen, um das Wasser aus den Speicherseen auf Trinkwasserqualität zu bringen.

Und schließlich geht es darum, Satellitendaten mittels künstlicher Intelligenz zu analysieren. Damit gewinnen wir verständliche Daten über die zu erwartende Menge von Sedimenten und deren genaue Verteilung und können rasch die richtigen Maßnahmen setzen.

Förderwürdiges Projekt

Natürlich haben wir uns um Förderungen bemüht und auch an etlichen Wettbewerben teilgenommen, um unser Projekt zu realisieren.

Internationale Unterstützung

Wir haben ein Mentor*innen-Board ins Leben gerufen. Wenn ich auf ein Problem stoße, kann ich jederzeit vier oder fünf Meinungen von ausgewiesenen Fachleuten einholen. Und auch die im universitären Start-up-Bereich aktiven Wissenschaftler hier in Österreich haben uns tatkräftig unterstützt und international weiterempfohlen. Wir wurden etwa zur Eurosoil in Genf – einem der wichtigsten Kongresse zum Thema Erde weltweit – eingeladen, um dort unsere Ideen zu präsentieren. Was wiederum zu einer Reihe weiterer Einladungen von Universitäten und Forschungseinrichtungen im MENA (i.e. Middle East/North Africa) Raum geführt hat – für diese Länder sind unsere Lösungen ja besonders bedeutsam. 

Sogar die umfangreichen Daten der NASA durften wir schon nutzen. Die haben uns in ihr Ames Research Center im Silicon Valley eingeladen, um Einblick in ihre Satelliten-Bilder von Trockengebieten und deren Veränderungen zu nehmen. Diese Daten sind für unsere weitere Arbeit ausschlaggebend. Sie bilden die Basis für jeden weiteren Entwicklungsschritt. 

Weitere Forschung

Basierend auf diesen Erfahrungen und den am jeweiligen Institut verfügbaren Daten müssen wir nun entscheiden, wo wir weiter forschen wollen. Wir waren gerade neun Wochen in Dubai, wo wir zusammen mit Regierungsstellen und 46 der interessantesten internationalen High Tech Firmen an einem Accellerator-Programm in Vorbereitung der Green Dubai 2020  mitwirken durften.

Ein paar Universitäten aus der MENA-Region haben uns schon substanzielle Unterstützungen angeboten, sollten wir unsere Forschung bei ihnen fortführen wollen. Und auch die NASA hat uns ein Angebot unterbreitet. Doch so wie es momentan aussieht, sollten wir in Österreich bleiben. Die Voraussetzungen im Science Park in Graz sind geradezu ideal. Und was Satellitendaten anlangt, hat Europa die USA mittlerweile eindeutig überholt! Deswegen hoffe ich, dass wir uns mit den Grazern einigen. Momentan sieht es ganz so aus, als hätten wir am dortigen Institut die besten Voraussetzungen, unserem Projekt zum Durchbruch zu verhelfen.

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