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So geht selbständig.

„Warum tu ich mir das an?“

Wer kennt sie nicht, diese bohrende Frage in Sinnkrisen? Spätestens, wenn man mit bürokratischen Aufgaben z.B. Steuererklärungen des Unternehmertums befasst ist, holt sie uns ein. Diese Un-Frage ist der toxische Doppelgänger der höchst gesunden, sinnstiftenden Frage „Wofür mache ich das?“.

Viktor Frankl, Begründer der Logotherapie, hat den Satz geprägt „Für wen das WARUM klar ist, ist jedes WIE erträglich.“ In der Kindererziehung, beim Wohnungseinrichten, bei persönlichen Projekten, für die wir uns entschieden haben, kennen wir unsere Fähigkeit, Leistungen und Kräfte zu mobilisieren. Da wissen wir ja WARUM und WOFÜR wir das wollen.

Vorsorgen hilft. Auch in Sinnfragen

Eine chinesische Weisheit besagt: „Grabe den Brunnen, bevor du Durst hast.“ Leider stellen wir uns die Sinnfrage meist dann, wenn es uns nicht so gut geht oder wir gar in einer Krise stecken. Achten Sie daher darauf, dass Sie gerade in guten, erfolgreichen Zeiten eine so kraftvolle Antwort auf die Frage der Fragen entwickeln, dass sie hilft, auch Hürden und Schwierigkeiten zu überwinden:

„Was macht meine private und berufliche Lebenszeit sinnvoll?“

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Sinn ist etwa Subjektives

Vielleicht inspiriert Sie dazu folgende Geschichte: Auf einer Baustelle werden arbeitende Menschen gefragt: „Was machst du?“ Der erste antwortet verwundert: „Was man als Maurer so macht: eine Mauer aufstellen.“ Der zweite frustriert: „Immer nur Ziegelstein auf Ziegelstein.“ Der dritte hat Freude am Schaffen und Vorfreude auf die Gleichenfeier: „Ich errichte einen Rohbau.“ Der vierte stolz: „Ich darf eine Kathedrale mitgestalten.“

Hand aufs Herz: Wie klar ist Ihnen, welches Werk sie schaffen, welchen Nutzen sie bewirken und an welcher „Kathedrale“ sie mitwirken, d.h. welche Werte sie vermitteln?

Was ist Ihre Vision?

Eine gute Vision ist wie ein Orientierungsstern, der gerade auch in dunklen Zeiten weithin sichtbar ist. Behalten Sie Ihre attraktiven, kraftvollen Ziele im Auge und nutzen sie diese als Kraftquelle des Sinns. Vertrauen Sie Ihre Bestrebungen Ihnen wohlgesonnenen Menschen an. Diese können Sie dann in düsteren Zeiten an ihre Motive erinnern.

So meiden Sie auch die Stressfalle des roboterhaften Arbeitens, um ja nicht zum Nachdenken zu kommen. Mark Twain prägte dazu den bissigen Satz: „Als wir das Ziel endgültig aus den Augen verloren hatten, verdoppelten wir die Anstrengung.“

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Rückschläge gehören dazu

Zu jeder Erfolgsgeschichte gehören auch Rückschläge. „Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müsse im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen“, formulierte Antoine de Saint-Exupéry.

Das ist doch etwas mehr als „Niederfallen. Aufstehen. Krone zurechtrücken und weitergehen.“ Auch James Bond richtet immer die Manschettenknöpfe, wenn er nach einem Kampf aufsteht. Beiden Strategien fehlt Entscheidendes: Reflektieren Sie, was Sie aus der Situation lernen und was sie zukünftig anders machen.

Machen Sie den Motivations-Check

Bemühen Sie sich immer wieder um ausgewogene Wahrnehmung, auch wenn sich Probleme und Störfaktoren so viel leichter ins Bewusstsein drängen und sich dort auch hartnäckiger halten. Egal, ob es um den beruflichen Alltag, die Mitgliedschaft in Ihrem Verein, Ihre Wohnsituation oder Ihre Beziehung geht:

Stellen Sie sich die zwei Fragen der Zufriedenheit:

  • „Was habe ich und möchte ich?“ und
  • „Was habe ich nicht und möchte ich auch nicht?“

Was wir haben, wird viel zu schnell zu nicht mehr bewusst wahrgenommenen Selbstverständlichkeit! Schreiben Sie all das unter „Habe ich & möchte ich” auf, das Sie morgen schmerzlich vermissen würden, wenn Sie es nicht mehr hätten. Oft erkennen wir den Wert von Dingen erst, wenn wir sie nicht mehr haben.

Dem halten Sie Ihren Einsatz entgegen:

  • „Was habe ich und möchte ich nicht?“
  • „Was habe ich nicht und möchte ich?“

Und nun betrachten Sie das Verhältnis zwischen Zufriedenheits- und Unzufriedenheitsaspekten. Berücksichtigen Sie dabei, dass unser Hirn das Problematische sehr viel intensiver wahrnimmt, als das was passt und dazu neigt, Positives als Selbstverständlichkeit zu betrachten

„Love it, change it or leave it!“

Statt sich über das Fehlende oder Störende zu ärgern bzw. darunter zu leiden, stellen Sie sich die Frage, ob es ein angemessener Einsatz für das ist, was in Ihrem Sinn ist. Und dann gilt: „Love it, change it or leave it!“, also „Liebe was du tust, ändere es oder hör auf damit.“

Ändern können Sie

  • die Wirklichkeit erster Ordnung, also wie sie die Dinge objektiv,
  • die Wirklichkeit zweiter Ordnung, also wie Sie die Dinge subjektiv erleben und was sie in Ihnen bewirken.

Ein Beispiel: Eine Schattenseite meines Berufs ist es z.B., dass ich sehr viel mit dem Auto unterwegs bin. Die Autobahn Salzburg Rosenheim ist eine Strecke, die ich gar nicht mag.

Um die Wirklichkeit erster Ordnung zu verändern hätte ich die Möglichkeiten, stattdessen das kleine deutsche Eck zu fahren oder die Bahn statt des Autos zu nutzen oder Aufträge in Tirol abzulehnen.

Im Sinn der Wirklichkeit zweiter Ordnung kann ich aufhören, unter der Autobahn Salzburg Rosenheim zu leiden. Ich kann z.B. Hörbücher im Auto hören, dann empfinde ich die Strecke weniger langweilig und damit weniger lang.

Noch ein Beispiel: Protokolle zu schreiben empfand ich früher als mühsame Nachbereitung und konnte mich nur schwer dazu aufraffen. Jetzt ist mir bewusst, dass Protokollieren Macht bedeutet, die mir z.B. durch die Wortwahl Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet. Seither biete ich von mir aus an, die Schriftführung zu übernehmen. Meine veränderte Sichtweise hat dazu geführt, dass aus etwas Belastendem etwas für mich Sinnvolles entstanden ist.

In der „Zufriedenheitsdiagonale“ der oben dargestellten Grafik können Sie ablesen, WOFÜR sie bereit sind, die Schattenseiten in Kauf zu nehmen.

Führen Sie Tagebuch über Ihre Erfolge

Sobald Sie Ihr Tagespensum erledigt haben, notieren Sie:

  • Was ist mir gelungen, welche (Teil-)Erfolge habe ich bereits erzielt?
  • Worüber habe ich mich gefreut?

Schärfen Sie Ihr Auge für das bewusste Wahrnehmen der Früchte Ihrer Arbeit. Dabei gilt der Grundsatz „Was wären die großen Erfolge ohne die kleinen.“

Und Achtung: Sören Kierkegaard hat schon gemahnt: „Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ Halten Sie es lieber mit dem japanischen Grundsatz: „Wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen. Wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst.“ Fokussieren Sie sich auf Ihre Stärken und wie Sie diese bestmöglich für Ihren Markterfolg nutzen können.

Sammeln Sie positives Feedback, Dankesschreiben und andere Nettigkeiten in Ihrem persönlichen „Erntewagen“. Wenn Sie sich immer nur mit den unerledigten Aufgaben beschäftigen, erinnert das an Sisyphus, der von den Göttern dazu verurteilt wurde, Tag um Tag denselben schweren Stein einen Berg hinaufzurollen. Aus der bewussten Wahrnehmung von Erledigtem können Sie wunderbar Energie schöpfen, um sich am nächsten Tag neuen Herausforderungen zu stellen.

An „grauen Tagen“ können Sie sich dann eine Runde in bereits erzielten Erfolgen suhlen und sich so am eigenen Schopf wieder aus dem Sumpf ziehen. Unser Hirn ist viel intensiver im Wahrnehmen und Erinnern von Unerledigtem und Problemen, als in dem von Lösungen. Das Erfolgstagebuch ist eine wunderbare Möglichkeit, dieser einseitigen Wahrnehmung bewusst entgegenzusteuern.

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