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So geht selbständig.

Konfliktstrategien: Wann welche Strategie vorteilhaft für Sie ist

Missverständnisse durch Distant Working, Familienzoff im Homeoffice: Corona stellt unsere Konfliktfähigkeit auf die Probe. Diese Strategien stehen Ihnen zur Verfügung.

Viele Menschen arbeiten derzeit im Homeoffice. Die Hausforderung dabei: Die sonst so wertvollen informellen Gespräche fallen bei Zusammenarbeit über Distanz großteils weg. Damit sind Missverständnissen Tür und Tor geöffnet. In Folge führt dies häufig zu Konflikten. Andererseits sind Familien zusammengesperrt. Das führt möglicherweise zu aggressiverem Verhalten oder zum frustrierten Rückzug. Beides ist konfliktträchtig.

Was ist ein Konflikt?

Ein Konflikt ist ein Aufeinanderprallen von Interessen. Weil Menschen unterschiedliche Denkmuster, Werte und Ziele haben, sind Interessenskonflikte allgegenwärtig. Doch Konflikt bedeutet auch Austausch: Wenn es keine Konflikte mehr gibt, dann ist eine Beziehung tot. Es findet kein Austausch mehr statt. Man lebt aneinander vorbei. Nur wenn ich andere Sichtweisen kennenlerne, erweitert sich mein Denkhorizont.

Der Konflikt als emotionale Investition

Jeder Konflikt ist emotional anstrengend und birgt ein Verletzungsrisiko. Einen Konflikt aufzugreifen ist eine Zumutung für mich, den/die anderen und für unsere Beziehung. Es braucht Mut, sich einem Konflikt zu stellen. Und das Zutrauen, dass es nach Austragung des Konflikts besser ist als jetzt. Nur deshalb tätigen wir die emotionale Investition.

Welche Konfliktstrategie angemessen ist, hängt davon ab, wie wichtig mir die Sache oder die Beziehung ist.

Strategie 1: Durchsetzen

Wenn die Sache für mich viel bedeutender als die Beziehung ist, dann ist es sinnvoll, für diese zu kämpfen. Allerdings nur dann, wenn ich ausreichend Macht habe, um mich durchzusetzen. Der Vorteil dieser Konfliktstrategie liegt naheliegender Weise darin, dass ich mein sachliches Ziel erreiche. Doch Gewinner*innen erzeugen Verlierer*innen. Daher belastet diese Strategie Beziehungen. Wenn ich die anderen in der Umsetzung der Sache brauche, ist das kontraproduktiv. Außerdem muss ich viel kontrollieren und den Druck aufrechterhalten.

Was außerdem zu bedenken ist: In unserer vernetzten Welt ist es durchaus wahrscheinlich, einander wieder einmal zu begegnen. Es könnte für mich ungünstig sein, wenn der/die andere*n sich daran erinnert, mir einmal unterlegen gewesen zu sein. Sinnvoller ist es, darauf zu achten, möglichst wenig verbrannte Erde zurückzulassen.

Strategie 2: Nachgeben

Wenn mir die Beziehung viel wichtiger ist als die Sache, dann kann es sinnvoll sein, nachzugeben. Das beendet den Konflikt und schützt die Beziehung vor Verletzungen. Der Nachteil ist, dass ich mein inhaltliches Ziel nicht erreiche. Außerdem kann eine Kränkung bleiben. Häufig führt immer wieder Nachgeben dazu, dass dann irgendwann eine Kleinigkeit das Fass zum Überlaufen bringt.

Durchsetzen und Nachgeben bedingen sich gegenseitig. Häufig führt Win-Lose im Laufe der Zeit zu Lose-Lose: z.B. im beruflichen Umfeld häufig zu beobachten. Der/die eine*n hat/haben sich inhaltlich durchgesetzt und der/die andere*n sabotiert/en dann die Umsetzung.

Strategie 3: Kompromiss

Wenn mir Sache und Beziehung wichtig sind, ist es klug, zumindest einen Kompromiss anzustreben. Der Vorteil besteht darin, dass beide einen Teilerfolg erzielen. Womit auch schon der Nachteil klar ist: Beide müssen auch Abstriche in Kauf nehmen. Ein Teil des Konflikts bleibt bestehen.

Der Kompromiss ist eine provisorische Lösung. Es könnte sein, dass um die nicht erzielten Lösungen wiederum ein Konflikt ausbricht. Übel ist der faule Kompromiss, den der Volksmund „Nicht Fisch und nicht Fleisch“ nennt. Alle Parteien können sich mit dem erlangten Ergebnis nicht identifizieren.

Strategie 4: Konsens

Wenn ich eine nachhaltige Lösung möchte, die sowohl auf der Sach- als auch auf der Beziehungsebene für alle Beteiligten stimmig ist, ist es sinnvoll, sich um einen Konsens zu bemühen. Also in kreativer Weise eine Lösung zu finden, die für alle zumindest so gut – wenn nicht besser – ist, wie das ursprünglich angestrebte Ergebnis. Das ist natürlich das ideale Resultat. Der Nachteil besteht darin, dass ein Konsens zeitaufwändig und nicht immer möglich ist. Meiner Erfahrung nach gelingt er jedoch viel häufiger als man zunächst denkt.

Die Voraussetzung: Ein nachhaltiger Konsens braucht zunächst den Dissens, also meine Bereitschaft, mich darauf einzulassen, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben und andere Ziele verfolgen.

Strategie 5: Flucht/Vermeidung

Wenn mir Beziehung und Sache nicht so wichtig sind, dann ist es sinnvoll, zu fliehen. Das Thema zu wechseln, Sprechenden den Rücken zuzukehren oder innerlich die Ohren zu schließen. Diese Strategie „Unrat vorbeischwimmen zu lassen“ ist angemessen bei flüchtigen Beziehungen.

Wenn ich allerdings zu meinem Partner sage: „So eine Kleinigkeit, es lohnt gar nicht, darüber zu streiten.“, bewerte ich damit nicht nur die Sache, sondern auch das Bedürfnis meines Partners und damit meine Beziehung als unwichtig. Ein Konflikt ist erst, was beide als Konflikt aufgreifen. Häufig hat man dann einen Konflikt, ob man einen Konflikt hat.

ACHTUNG: Konfliktvermeidung vermeidet nicht den Konflikt, sondern die Lösung. Der Konflikt bleibt ja bestehen. Des lieben Friedens willen bleibe ich trotz Ärgernissen höflich. Doch das erzeugt Minenfelder. Wenn man heiße Kartoffeln unter den Teppich kehrt, stolpert man immer wieder darüber. Irgendwann fliegen sie einem dann um die Ohren. Durch das lange Lagern werden sie nicht appetitlicher.

Zuerst durchatmen

Konflikte sind immer emotional. Der rein sachliche Konflikt ist eine Fata Morgana. Nur wenn uns etwas nicht gleichgültig ist, ist es uns einen Konflikt wert. Sobald wir ein Interesse an einem Thema haben, ist es emotional aufgeladen. Der erste Schritt von Konfliktgesprächen ist daher immer, die Emotionen soweit abklingen zu lassen, dass wir wieder klar denken können. Daher sind Strategien wie „tief durchatmen“ oder „einmal darüber schlafen“ oder „machen wir uns einen Termin aus, um es in Ruhe zu besprechen“ sehr sinnvoll.

Vereinbarungen treffen

Ein positiver Aspekt von Konflikten: Sie zeigen Probleme auf und erzeugen einen Lösungsdruck. Wenn zwei sich einig sind, dass sie einen Konflikt haben und es besser wäre, eine Einigung zu erzielen, dann hat die Konfliktregelung gute Chancen. Am Ende des Konfliktes steht dann eine Entscheidung, wie es zukünftig sein soll. Speziell im beruflichen Kontext ist es sinnvoll, diese Vereinbarung niederzuschreiben.

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Konflikt emotional abschließen

Der Psychologieprofessor Irvin D. Yalom appelliert: „Vermeide zukünftiges Bereuen“. Dieser vorausschauende Rückblick ist auch bei Konflikten entscheidend. Denn alles, was wir im Zorn gesagt haben, hat der andere auch gehört. Natürlich kann man im Nachhinein den/die andere(n) um Verzeihung bitten. Dennoch bleibt ein Nachgeschmack. Wittgensteins Aussage „Auch Worte sind Taten“ ist neurobiologisch bestätigt: Verbale Verletzungen bewirken in unserem Hirn nahezu die gleichen Reaktionen, wie körperliche Bedrohungen.

Auch wenn alle Konfliktpartner*innen achtsam miteinander umgehen, verursachen Konflikte häufig dennoch schmerzliches. Für die Qualität der Beziehung spricht, wenn man sich auch darüber mit den anderen austauschen kann.

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