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So geht selbständig.

Alles begann damit, dass die beiden Einzelunternehmerinnen ihre jeweiligen Unternehmen optimieren wollten: Die Cartoonistin Barara Roth die Kalkulationsbasis ihrer Agentur durchleuchten, die Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Ulrike Blom Pinheiro ihrem Betrieb zu mehr Business verhelfen. Dazu nahmen sie an einem EPU-Business-Labor des wko[forum]wien teil. Diese Initiative der Wirtschaftskammer Wien ist Servicestelle und Plattform für den Erfahrungsaustausch Selbständiger und Kleinunternehmer.

Es wurde aber mehr daraus. Die beiden stellten fest, dass sich ihre Ideen zum Thema Integration ergänzten. Und so wurden nicht nur zwei Einzelunternehmen erfolgreich optimiert, es entstand auch eine viel versprechende Kooperation: Roth und Blom Pinheiro entwickelten, basierend auf ihre persönlichen Erfahrungen und beruflichen Kompetenzen, ein völlig neuartiges Tool für interkulturelle Trainings.

Der gemeinsame Ansatz

Oft, so der Ausgangspunkt der beiden Unternehmerinnen, ist die Rede von kulturellen Werten, die vermittelt, verstanden und akzeptiert werden müssten. Barbara Roth kennt die Argumentation gut. Sie hat selbst als Migrantin in so unterschiedlichen Kulturen wie Japan, Großbritannien und Norwegen gelebt. Dr. Ulrike Blom Pinheiro wiederum kennt die Thematik aus ihrer langjährigen Berufspraxis im interkulturellen Bereich.

Die Erfahrung der beiden: Bilder und Begriffe, die wir Kopf haben, decken sich nicht. Es fällt daher oft schwer, herauszufinden, worüber die oder der andere spricht. Und weil die Wertvorstellungen und Biographien von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen so verschieden sind, hat jeder und jede eigene kulturelle Wertvorstellungen und eine eigene Weltsicht. Es müssten daher, so ihre Überlegung, diese „Landkarten im Kopf“ sichtbar gemacht und abgeglichen werden.

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Die Kooperation wird definiert

Die grundlegenden Eckpunkte des gemeinsamen Projekts waren rasch abgesteckt: Ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden EPUs regelt den finanziellen Einsatz und die Aufteilung erwirtschafteter Gewinne (jeweils 50:50), die Copyrights am fertigen Produkt (jede behält diese für ihren Teil) und hält fest, dass bei Nichtgelingen des Projekts keinerlei gegenseitige Ansprüche bestehen. Auf allzu viele Details wurde bewusst verzichtet. Blom Pinheiro: „Eine tragfähige Kooperation beruht auf Vertrauen und Respekt. Wenn da einmal ein Schieflage entsteht, nützt der beste Vertrag nichts mehr.“

Zwar notieren die beiden als gewissenhafte Unternehmerinnen ihren Zeiteinsatz, auf ein Abrechnen geleisteter Stunden verzichten sie aber. Roth: „Die Bewertung nach Stunden ist in unserem Projekt nicht angemessen. Letztendlich geht es um das Realisieren von Zielen. Und in unserem besonderen Fall waren ja auch keine großen finanziellen Investitionen zu erwarten. Wir setzen in erster Linie unsere Zeit und unser Wissen ein.“

Stärken ergänzen einander

Im unterschiedlichen Know-how sehen die beiden dann auch die große Stärke ihrer Kooperation. Roth: „Wir ergänzen einander sehr gut, weil wir jeweils unsere unterschiedlichen Kompetenzen einbringen. Von Ulrike kommt das fachliche Know-how, sie hat aus ihrer Praxis langjährige Erfahrung im interkulturellen Bereich. Von ihr stammen auch die sehr umfassenden Spielanleitungen. Ich wiederum bringe meine Visualisierungskompetenz als Cartoonistin ein. Darüber hinaus kommt uns meine langjährige Erfahrung als Kreative in Werbeagenturen zugute.

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Und so funktioniert das Spiel

Das Tool ist dazu gedacht, in Kleingruppen verwendet zu werden, also bis zu etwa zwölf Teilnehmern. Auf drei unterschiedlichen, thematisch iIlustrierten Spielrollen können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Hilfe von vorgegebenen Cartoon-Chips aber auch selbst zu gestaltender Chips ihren Weg darstellen. Als Hintergrund dient eine Weltkarte, die die Herkunft und – anhand von zwei Kurven – den emotionalen Verlauf des Migrationsprozess veranschaulicht.

Blom Pinheiro kennt den emotionalen Verlauf der beiden Kurven aus ihrer psychotherapeutischen Praxis: einerseits die Erwartungen ans Zielland und andererseits die Erinnerung an die Heimat. Diese Kurven sind über weite Strecken gegenläufig: Am Beginn der Reise wird die Zukunft oft verklärt, mit zunehmendem Verlauf tritt aber oft Ernüchterung ein. Die konkrete persönliche Situation stellt sich zunehmend als schwierig, manchmal aussichtslos dar – das, was man zurückgelassen hat, erscheint dann in einem anderen Licht. Im Laufe der Jahre im Zielland ändert sich die Wahrnehmung wieder, der Integrationsprozesses wird  zunehmend realistisch: Realität und Erwartungskurve nähern sich langsam an.

Erlebtes sichtbar machen

Anhand der interaktiven Arbeit mit dem Trainingstool lassen sich nicht nur spezifische Probleme festmachen, man kann auch erkennen, ob sie womöglich schon im Herkunftsland ihren Ursprung haben. Und noch eines zeigt sich ganz deutlich: dass der Prozess bei jeder und jedem unterschiedlich verläuft, länger oder kürzer dauern kann, auch innerhalb einer Familie.

Sobald sich eine Art Alltag im Aufnahmeland einstellt, kann man sich endlich daran machen, die kulturellen Werte abzugleichen. Insbesondere religiöse und gesellschaftliche Regeln gilt es da zu erklären. Dann kommen wieder die Chips zum Einsatz: Die Zeichnungen darauf zeigen kulturellen Normen und Werte des Aufnahmelandes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können in der interaktiven Arbeit mittels frei gestaltbarer Chips ihre eigenen kulturellen Vorstellungen und Werte mit denen der Aufnahmekultur abgleichen und ein Verständnis für die neue Heimat entwickeln.

Produktion & Marketing

Das Trainingstool besteht aus drei Rollen (Spielpläne) im Format A1, 150 Cartoon Chips und Blanko-Chips sowie vier Anleitungsheften mit theoretischen und praktischen Inputs für die Trainerinnen und Trainer. Produziert wird bewusst lokal, die Chips kommen aus einer Druckerei in Wien, die Rollen aus Niederösterreich, nur die Verpackungen werden, aus Kostengründen, noch zugekauft.

Den Verkaufspreis haben die beiden betriebswirtschaftlich solide kalkuliert, 199 Euro kosten die ersten beiden, 179 Euro die dritte Rolle mit den dazugehörigen Chips und Anleitungen. Zielgruppe sind alle, die interkulturelle Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund leisten. Es kann für Trainings, in Sprachschulen, in der Erwachsenenbildung, Wertekurse, in psychologischen Beratungseinrichtungen, in der Arbeit mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund sowie in der Fort- und Weiterbildung in Österreich und Deutschland eingesetzt werden.

Finanzierung aus eigener Tasche

Neben den Produktionskosten für das Trainingstool (Grafik und Druck) fielen vor allem Kosten für eine Website mit Webshop an. Bislang haben Roth und Blom die gesamte Entwicklung mit Eigenmitteln finanziert und ohne Hilfe durchgezogen, auch die Präsentation bei Institutionen, Verbänden und Unternehmen haben sie selbst erledigt – bis nach Hamburg sind sie gereist, um ihr Tool vorzustellen. Das Trainingstool ist aber auch über ihren Webshop rb-trainingstools.com erhältlich.

Da sie über ihre Berufe materiell abgesichert sind, gehen die Unternehmerinnen die Pilotphase gelassen an – aber auch ohne sich zu viel Zeit zu lassen. Feedback aus dem Markt darf durchaus noch in das Spiel einfließen. Die erste Kleinserie von 10 Stück wurde Anfang 2017 versandfertig. Der Bedarf ist offensichtlich gegeben, das interkulturelle Miteinander spießt sich ja oft nur an Missverständnissen. Und die kann man eigentlich leicht ausräumen, man muss nur miteinander sprechen, noch besser: spielen!

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