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So geht selbständig.

Philosoph Markus Koblmüller hat sich mit Industriedesigner David Schellander zusammengetan, um Unternehmen zu helfen, das Befinden ihrer Arbeitnehmer kennenzulernen und zu verstehen. Denn zufriedene Mitarbeiter sind auch produktiver und weniger versucht, sich anderswo umzuschauen. Port41 zeichnete TeamEcho im Rahmen des 4Gamechangers-Festival als einen der Gewinner der Pre-Pitch-Sessions aus und ließ sich ihre Geschichte erzählen. 

Wie alles anfing

Markus Koblmüller: Ich habe neben Philosophie auch Sozialwirtschaft studiert. Die heimische Start-up-Szene hat mich recht früh interessiert, 2012 habe ich in Linz einen Start-up-Stammtisch ins Leben gerufen. David war der einzige von der Kunstuni, der dort aufgetaucht ist und so haben wir uns kennengelernt. 2014 hat sich die Grundidee des agilen Feedbacks für Organisationen herauskristallisiert, 2015 haben wir TeamEcho gegründet.

Schwächen der Mitarbeiterkommunikation

Markus Koblmüller: TeamEcho gründet sich auf Erfahrungen, die wir beide in der Welt der Wirtschaft gemacht hatten: In vielen Unternehmen und Organisationen, in denen wir zu tun gehabt hatten, gab es Kommunikationsprobleme zwischen der Führungsebene und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese Probleme wirken sich nicht nur aufs Betriebsklima negativ aus – sie führen auch zu vermehrten Krankenständen und einer hohen Fluktuation bei den Beschäftigten, worunter natürlich wiederum die Produktivität leidet.

Mangelhafte Instrumente

Markus Koblmüller: Bisher gab es eigentlich nur zwei Möglichkeiten, an das Problem heranzugehen: das klassische Mitarbeitergespräch und die althergebrachte Befragung. Beide Methoden funktionieren aus unserer Sicht nicht wirklich. Das Mitarbeitergespräch wird nur selten systematisch geführt, außerdem fällt es den meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eher schwer, den Vorgesetzten unangenehme Wahrheiten ins Gesicht zu sagen. Die Befragung hat zwar diese Schwachstelle nicht, ist aber extrem aufwendig und gibt nur punktuelle Einblicke zu den Zeitpunkten der Befragungen, die meist lange auseinander liegen, typischerweise etwa zwei Jahre.

Neuer Zugang mit technischen Mitteln

David Schellander: Das ist ungefähr so aufschlussreich, als würde man nachts im Auto die Scheinwerfer nur alle zwei Kilometer einschalten. Das funktioniert schon auf der Geraden kaum. Das Geschäftsleben entspricht aber eher einer kurvenreichen Bergstraße. Wir haben uns daher die Frage gestellt, wie man mit neuen technischen Mitteln hier eine Lösung schaffen könnte. Eigentlich sollte ich für Markus ja nur ein Logo entwickeln, aber dann meinte er: David, du bist doch Designer, kannst du da nichts machen? Das Endergebnis ist nun das von uns entwickelte Stimmungsbarometer.

Der ideale Fragenkatalog

David Schellander: Wir haben uns überlegt, wie man in einer Organisation unkompliziert Feedback abfragen kann. Das bedeutet: Es darf nicht lange dauern, weshalb die Fragen kurz gehalten sein müssen. Gleichzeitig darf der Prozess nicht langweilig werden, es dürfen also nicht immer wieder die gleichen Fragen kommen. 

Andererseits wollen wir natürlich ein möglichst aufschlussreiches Bild bekommen, das heißt, es muss doch vieles abgefragt werden. Uns wurde schnell klar, dass man die Fragen auf mehrere Befragungen aufteilen muss. Und es gibt Antworten, die über einen längeren Zeitraum Gültigkeit haben – etwa zum Gehalt –, während zum Beispiel Fragen nach dem Stressniveau auch innerhalb kürzerer Zeiträume unterschiedliche Antworten bringen können.

Der richtige Zeitpunkt

David Schellander: Es gibt also Fragen, die häufiger gestellt werden, und andere, die sich in längeren Intervallen wiederholen. Sichergestellt ist aber jedenfalls, dass die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt gestellt werden. 

Wir haben uns dabei auch auf existierende Fragebögen gestützt, außerdem konnten wir, dank eines Innovationsschecks der FFG (österreichische Forschungsförderungsgesellschaft), die endgültigen Fragen von der Abteilung für Arbeitsorganisation am Institut für Pädagogik und Psychologie an der Linzer Johannes Kepler Universität ausarbeiten lassen. 

Unterstützung aus der Startup Szene

David Schellander: Wir haben unser Projekt regelmäßig auf einschlägigen Veranstaltungen präsentiert. 2014 haben wir das Startup Live in Wien gewonnen und in der Folge eine Impulse-XS-Förderung beim AWS (Austria Wirtschaftsservice) beantragt und bekommen. Die 45.000 Euro haben uns den Start der Entwicklung finanziert. 

Etwa zu der Zeit haben wir auf einem Festival Christoph Steindl, Geschäftsführer des mittlerweile größten Individual-Software-Entwicklers Österreichs, Catalysts, kennengelernt. Catalysts ist als technischer Partner und Co-Founder eingestiegen und unterstützt seither die operative Entwicklung.

Unternehmensgründung

David Schellander: 2015 haben wir die Firma gegründet, 2016 mit ausgereiften Prototypen die ersten Verkäufe erzielt und das Produkt in der Praxis ständig weiterentwickelt. Mittlerweile stehen wir bei über 100 Kunden, darunter zum Beispiel Personaldienstleister wie karriere.at, Ernst&Young aber auch technische Unternehmen wie DOKA, Wacker Neuson oder Wiesner Hager

Unsere Ansprechpartner in den Firmen sind von der Unternehmensgröße abhängig. Bei kleineren Firmen ist es oft die Geschäftsführung, bei mittleren sind wir mit den Abteilungsleitern im Kontakt, bei großen Firmen mit HR und Personalabteilung. 

Feedback in Echtzeit

Unser Tool läuft im Webbrowser jedes Computers oder Smartphones, das heißt es ist keine eigene Technologie notwendig, um es zu implementieren. Für die Beantwortung der Fragen benötigen die Mitarbeiter maximal eine halbe Minute, das erhöht die Bereitschaft, Feedback zu geben: Die Rücklaufquote liegt in der Regel bei über 70%. Dass die Befragten in der Applikation sehen, wie ihre Kollegen die Sache sehen, ist wohl ein zusätzlicher Anreiz, mitzumachen. 

Auf Basis der Antworten auf die Fragen – die sich wenig von denen bei klassischen Mitarbeiterbefragungen unterscheiden –analysiert das Tool die Stimmung und erkennt, wo mögliche Friktionen im Team drohen. Die Firmenleitung kann also schnell eingreifen, um ungute Situationen möglichst schnell zu entschärfen oder in einer bestimmten Phase gesetzte Maßnahmen rasch zu evaluieren, aktiv an der Feinanpassung zu feilen und Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit hoch zu halten.

So geht die Rechnung auf

Markus Koblmüller: Für unser Service verrechnen wir dem Unternehmen, abhängig von dessen Größe, pro Mitarbeiter und Monat einen Fixbetrag, der wiederum von der Bindungsdauer und dem Leistungsumfang abhängig ist. 

Es ist in jedem Fall eine vernünftige Rechnung, denn ein Mitarbeiter, der abhanden kommt, kostet im Schnitt zwischen sechs bis vierundzwanzig Monatsgehälter, dazu kommt die Produktivitätseinbuße und der Know-how-Verlust. Wenn etwa eine Firma mit 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Gebühren in der Größenordnung von 10.000 Euro im Jahr für unser Service zahlt, hat sich das schnell amortisiert. 

Studien belegen, dass motivierte, zufriedene Mitarbeiter eine um 50 % höhere Produktivität, eine doppelt so hohe Bindung und um zwei Drittel weniger Krankenstände haben. Das ist eine schnelle Schlussrechnung, die jeden Unternehmer überzeugt. Und dass wir darüber hinaus  ein paar tausend Menschen zu einem erfreulicheren Arbeitsalltag verholfen haben, freut uns natürlich persönlich auch sehr.

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