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So geht selbständig.

Sie sind beim AMS gemeldet und üben nebenbei auch eine selbständige Tätigkeit aus? Achten Sie auf die so genannte

  • Geringfügigkeitsgrenze (2017: durchschnittlich 425,70 Euro pro Monat) und die
  • Umsatzgrenze (2017: 3.835,14 Euro pro Monat).

Andernfalls müssen Sie Arbeitslosengeld (ALG) zurückzahlen. 

Wir erklären in diesem Beitrag, wie das durchschnittliche Einkommen bei durchgehender selbständiger Tätigkeit vom AMS berechnet wird.

Durchgehend oder vorübergehend selbständig tätig?

Das AMS unterscheidet zwischen vorübergehender und durchgehender Beschäftigung. Von dieser Einstufung hängt ab, wie das durchschnittliche Einkommen berechnet wird.

Alles über die Berechnung bei vorübergehender, selbständiger Tätigkeit finden Sie hier.

Was ist die „rollierende Berechnung“?

Wenn Sie neben dem Bezug des ALG durchgehend selbständig tätig sind, werden Ihr Einkommen und Ihr Umsatz „rollierend“, also laufend ermittelt.

Dabei wird der Durchschnitt aus allen Monaten, in denen eine selbständige Tätigkeit ausgeführt wird, berechnet. Die Berechnung beginnt mit dem ersten Monat der selbständigen Tätigkeit des betreffenden Kalenderjahres. Ab diesem Moment werden alle Monate addiert und ein Durchschnitt berechnet.

Das bedeutet: In einzelnen Monaten darf das Einkommen über der Geringfügigkeit liegen. Solange der Durchschnittsbetrag aller Monate darunter liegt, haben Sie Anspruch auf ALG.

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So funktioniert die „rollierende Berechnung“

Nach Ablauf jeden Monats müssen Sie dem AMS das erzielte Einkommen und den Umsatz bekannt geben („Bruttoerklärung“). Die Berechnung des zu meldenden Einkommens ist sehr komplex:

  • Betriebsausgaben dürfen von den Honoraren abgezogen werden.
  • Gewinnfreibeträge und anderes dürfen NICHT abgezogen werden.
  • Auch die Sozialversicherungsbeiträge dürfen NICHT abgezogen werden!

Die Berechnung verlangt steuerrechtliche Grundkenntnisse,  nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch!

Außerdem müssen Sie

  • jederzeit Erklärungen zu Zahlungen leisten und entsprechende Belege vorlegen,
  • dem AMS Ihren Einkommensteuerbescheid vorlegen;

Auf Basis der abgegebenen Bruttoerklärungen errechnet das AMS, ob vorläufig Anspruch auf ALG besteht – und zahlt dann die entsprechenden Beträge aus.

ACHTUNG: Die endgültige Berechnung geschieht allerdings erst, wenn der Einkommensteuerbescheid für das entsprechende Geschäftsjahr ans AMS übermittelt wurde

Das bedeutet: Unter Umständen müssen Sie ALG zurück zahlen – oder bekommen sogar noch ALG für einzelne Monate, für die auf Basis der vorläufigen Berechnung kein Anspruch bestand.

Beachten Sie auch: „Sie können die Bruttoerklärung frühestens am Monatsende beim AMS abgeben. Denn zur Mitte des Monats können Sie kaum verlässlich einschätzen, wie viel Sie im ganzen Monat verdienen werden“, erklärt AMS-Experte Horst Friedrich.

Ein Beispiel:

Sie melden mit 1. Mai eine durchgehende selbständige Tätigkeit an.

Einkommen im Mai: 370,00 (Anspruch auf ALG)
Einkommen im Juni: 1.200,00
Summe Mai bis Juni: 1.570,00
Durchschnitt Mai/Juni: 785,00 (kein Anspruch auf ALG)

Einkommen Juli: 0,00
Durchschnitt Mai/Juni/Juli: 523,33 (kein Anspruch auf ALG)

Einkommen August: 50,00
Summe Mai bis August: 1.620,00
Durchschnitt Mai/Juni/Juli/August: 405,00 (ab August daher Anspruch auf ALG)

Eine endgültige Berechnung erfolgt allerdings erst, wenn der Einkommensteuerbescheid vorliegt!

Unter Umständen werden die Monate Juni und Juli nachbezahlt, wenn sich herausstellt, dass das monatliche Einkommen für das gesamte Geschäftsjahr (von Mai bis Dezember) im Durchschnitt unter der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze lag.

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Vorsicht bei selbständiger Tätigkeit vor oder nach Arbeitslosengeldbezug!

Wenn Sie sich

  • aufgrund einer selbständigen Tätigkeit beim AMS abmelden und
  • davor bereits Nebeneinkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit während des Bezuges von Arbeitslosengeld erworben haben,

berücksichtigt das AMS für die Berechnung des monatlichen Durchschnittseinkommen alle Einkommen des gesamten Geschäftsjahres laut Einkommensteuerbescheid, also auch jene Einkommen, die im gleichen Jahr nach der Abmeldung vom ALG-Bezug erzielt wurden.

Ein Beispiel:

Neben einem ALG wird mit März eine selbständige Tätigkeit aufgenommen.

Einkommen März: 300,00 (Anspruch auf ALG)
Einkommen April: 400,00 (Anspruch auf ALG)
Einkommen Mai: 200,00 (Anspruch auf ALG)

Mit 1. Juni melden Sie sich beim AMS ab und melden bei der SVA die Vollversicherung an.

Einkommen Juni bis Dezember: 10.500,00
Summe aller Einkünfte (März bis Dezember): 11.400,00
Durchschn. Einkommen (÷10): 1.140,00

Das Einkommen liegt über der Geringfügigkeitsgrenze, das ALG für März bis Mai muss zurückgezahlt werden.

ACHTUNG: Wenn Sie also nach der Arbeitslosigkeit voller Tatendrang im laufenden Geschäftsjahr in die Selbständigkeit starten und hohe Honorarnoten schreiben, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit das ALG zurückzahlen müssen. Berücksichtigen Sie diese Rückzahlung in Ihrem Businessplan!

So berechnet das AMS die Rückforderungen

a) Das monatliche Durchschnittseinkommen liegt unter dem monatlichen ALG.

In diesem Fall wird nur ein Betrag in der Höhe des tatsächlich erzielten Einkommens zurückbezahlt.

Ein Beispiel:

Arbeitslosengeld: 900,00
Durchschn. Einkommen aus Selbständigkeit: 600,00

Rückforderung: 600,00 Euro mal der Monate, in denen man selbständig tätig war und ALG bezogen hat

b) Das durchschnittliche Monatseinkommen liegt über dem monatlichen ALG.

In diesem Fall wird das gesamte ALG zurückgefordert.

Ein Beispiel:

Arbeitslosengeld: 900,00
Durchschn. Einkommen aus Selbständigkeit: 1.200,00

Rückforderung: 900,00 Euro mal der Monate, in denen man selbständig tätig war und ALG bezogen hat

Jährliche Geringfügigkeits-Grenze: Auf die Monate kommt es an!

Lassen Sie sich durch die jährliche Geringfügigkeit (5.108,40 Euro für 2017) nicht in die Irre führen. Diese Grenze gilt nur, wenn Sie 12 Monate dazuverdienen. Denn nur dann errechnet sich der monatliche Verdienst aus 5.108,40 : 12 = 425,70.

Wenn Sie nur einen Monat weniger selbständig tätig sind, liegen Sie mit Ihrem monatlichen Einkommen bereits über der Geringfügigkeitsgrenze – auch wenn die jährliche Geringfügigkeitsgrenze nicht überschritten wurde.

Die jährliche Geringfügigkeit ist nur für die SVA relevant, die das Geschäftsjahr immer vom 1. Jänner bis 31. Dezember berechnet. Geraten Sie über die jährliche Geringfügigkeit, müssen Sie rückwirkend auch noch die SVA Beiträge für das gesamte Jahr bezahlen!

Weiterlesen: So verlieren die SVA-Beiträge ihren Schrecken 

Weiterlesen: Welche Vorteile Sie als Jungunternehmer/in bei der SVA herausholen können

Neben dem Einkommen zählt auch der Umsatz!

Nicht nur das Einkommen aus selbständiger Tätigkeit darf eine bestimmte Höhe nicht überschreiten, auch für den monatlichen Umsatz gibt es Grenzen.

Im Klartext: 11,1 Prozent des monatlichen Umsatzes dürfen maximal so hoch sein wie die Geringfügigkeitsgrenze. Umgerechnet für 2017: Der monatliche Umsatz darf 3.835,14 Euro nicht überschreiten.

Fazit

Es besteht also nur dann Anspruch auf ALG, wenn sowohl das Einkommen, als auch 11,1% des Umsatzes die monatliche Geringfügigkeitsgrenze nicht überschreiten.

Das bedeutet:

  • Selbst wenn das Einkommen niedriger als die Geringfügigkeitsgrenze (425,70 Euro für 2017) ist, der monatliche Umsatz im Jahr 2017 jedoch den Wert von 3.835,14 übersteigt, ist ein Bezug von ALG nicht möglich.
  • Liegt das Einkommen über der Geringfügigkeitsgrenze, besteht ohnehin kein Anspruch auf ALG und die Umsatzhöhe ist nicht relevant.

TIPP: Nehmen Sie auf jeden Fall die Beratung durch eine/n Steuerberater/in in Anspruch. Auch für die Einkommensteuererklärung ist die Unterstützung durch eine Expertin/einen Experten ratsam!

Weiterlesen: So finden Sie die Steuerberatung, die zu Ihnen passt

Weiterlesen: Zuverdienstgrenzen beim AMS - was ist möglich? 

Weiterlesen: Vorübergehende selbständige Tätigkeit? Diese AMS-Zuverdienst-Grenzen gelten

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