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So geht selbständig.

Corona-Hilfen für Selbständige 2021: eine Übersicht für die Praxis

Um die angebotenen COVID-Hilfsgelder bestmöglich zu beantragen, sind genaue Berechnungen und eine zeitliche Analyse von Fixkosten und Umsatzverlust nötig. Ein Überblick.

Fast jede Woche werden neue Subventionen, Stundungen oder Kredite vom Finanzministerium vorgestellt oder bestehende Richtlinien und Vorgaben geändert. Hier finden Sie einen aktuellen Überblick, insbesondere für Selbständige, Klein- und Mittelbetriebe.

1. Corona-Härtefallfonds (HFF)

Die Zuschüsse aus dem HFF sind eine unbürokratische und schnelle Hilfe. Damit sollen Ihre Lebenshaltungskosten gedeckt werden.

Wer kann einreichen?

Jede*r Betriebsinhaber*in

Höhe der Förderung

Der HFF beträgt mindestens einschließlich "Come-back-Bonus" 1000 bis maximal rund 2.500 Euro pro Monat.

ACHTUNG: Den vollen Betrag bekommen Sie aber nur, wenn Sie keine Nebeneinkünfte (Pensionen, Umsätze) erzielen – der HFF reduziert sich daher um Nebeneinkünfte und Umsätze eines Unternehmers.

Wann beantragen?

Sie können den CHFF im Nachhinein beantragen (immer nach dem 15. des Folgemonats für das Vormonat). Das Geld kommt – nach unseren bisherigen Erfahrungen – tatsächlich nach wenigen Arbeitstagen an. Der Antrag ist bei der WKO zu stellen.

Gut zu wissen

Das Geld aus dem CHFF ist einkommensteuer- und umsatzsteuerfrei! Die Hilfsgelder aus dem CHFF müssen auch nicht mit anderen Zuschüssen angegeben oder eingerechnet werden.

2. Lockdown-Umsatzersatz

Die Einreichfrist für den Lockdown-Umsatzersatz ist verstrichen – er konnte bis zum 15. Februar 2021 eingereicht werden.

Höhe der Förderung

Für die Handelsbetriebe beträgt der Lockdown-Umsatzersatz 20 bis 60% des Vergleichsumsatzes des Vorjahres. Den Prozentsatz für Ihre Branche können sie der Tabelle der Handelskatagorisierungen entnehmen.

Die exakte Höhe des Lockdown-Umsatzersatzes berechnet sich automatisch auf Basis des taggenauen Vorjahresumsatzes für die Schließtage laut den abgegebenen Umsatzsteuervoranmeldungen.

Gut zu wissen

  • Für den Corona-Umsatzersatz müssen Sie Gewinnsteuern zahlen, aber natürlich nur, wenn Sie einen Gewinn im Kalenderjahr erzielen – in Corona-Zeiten wohl eher die Ausnahme als die Regel.
  • Und auch in der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist der Lockdown-Umsatzersatz in jenem Zeitpunkt zu erfassen, für welchen er gewährt wird. Also der Lockdown-Umsatzersatz im Dezember 2020 ist auch im Jahr 2020 als Einnahme zu erfassen – auch wenn der Zufluss auf das Bankkonto des Unternehmers erst im Jänner 2021 erfolgen wird – oder noch später.
  • Der Lockdown-Umsatzersatz ist nicht umsatzsteuerpflichtig.

3. Fixkostenzuschuss I (FKZ I)

Fixkosten sind Kosten, die sich nicht automatisch mit einem Umsatzanstieg erhöhen oder mit einer Umsatzreduktion sinken. Wenn der Umsatz sinkt oder dieser sogar infolge des Lockdown auf Null fällt, dann werden die Fixkosten zu Leerkosten. Und diese deckt der Fiskus mit dem FKZ I ab. Beispiele für Fixkosten sind:

  • Miete,
  • Strom und Gas,
  • Telekommunikations- oder Internetkosten;
  • Auch die Kosten für infolge des Lockdowns wertlos gewordenen Vorräte wie beispielsweise Modeartikel gelten als Fixkosten.

Wer kann einreichen?

Jede*r Betriebsinhaber*in

Höhe der Förderung

Der FKZ I ist gestaffelt – je nach dem Umsatzverlust mit 25%, 50% oder 75%. Dies bedeutet, dass Sie bei einem 25%igen Umsatzausfall auch nur 25% der angefallenen Fixkosten als Zuschuss geltend machen können. Ihre (optimale) Betrachtungsperiode dürfen Sie sich selbst aussuchen!

ACHTUNG: Die Richtlinien verlangen, dass Sie zumutbare Maßnahmen treffen, um die Fixkosten zu reduzieren oder zu stunden. Beispielsweise könnten Sie mit Ihrem Vermieter eine Vereinbarung treffen, aber klagen müssen Sie sich nicht lassen.

Einreichungen sind über FinanzOnline möglich

Wann einreichen?

Den FKZ I müssen Sie bis spätestens 31.8.2021 beantragen. Der Zeitraum für den FKZ I kann frei gewählt werden, er geht vom 16.3.2020 (erster Lockdown) bis 15.9.2020.

Gut zu wissen

  • Der FKZ I ist zwar frei von Umsatzsteuer, aber indirekt einkommensteuerpflichtig, weil die vom Fiskus gezahlten Fixkosten nicht zu einem Steuerabzug führen können.
  • Ihr Unternehmerlohn als Teil der Fixkosten bleibt einkommensteuerfrei, weil für Ihr angemessenes Gehalt als Einzelunternehmer oder als Personengesellschafter ja keine Kosten existieren, welche Sie Ihrem Steueraufwand in Abzug bringen müssen.

4. Fixkostenzuschuss 800.000 (FKZ 800.000)

Der sogenannte FKZ 800.000 wurde notwendig, weil die Europäische Union nur Beihilfen bis zu 800.000 Euro zulassen will.

Wer kann einreichen?

Jede*r Betriebsinhaber*in

Wann einreichen?

Der Zeitraum für den FKZ 800.000 beginnt am 16.9.2020 – also nach Auslaufen des FKZ I- und endet am 30.6.2021. Die erste Tranche können Sie bis zum 30.6.2021, die zweite Tranche bis zum 31.12.2021 beanspruchen.

Einreichungen sind über FinanzOnline möglich

Höhe der Förderung

Der FKZ 800.000 unterscheidet sich vom Fixkostenzuschuss I, da der Mindestumsatzausfall 30% (beim FKZ I: 25%) beträgt und der prozentuelle Umsatzausfall exakt den Fixkostenzuschuss ausmacht: Erleiden Sie infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen der CV-19-Pandemie einen 100%igen Umsatzausfall, dann beträgt der finanzielle Zuschuss des Fiskus auch 100% – aber eben bis zur Obergrenze von maximal 800.000 Euro.

TIPP: Beim FKZ 800.000 können auch Leasingraten, die Abschreibung und die Geschäftsführerbezüge (bis 2.666,66 Euro) einer GmbH oder der Unternehmerlohn bei Einzelunternehmen bzw. Personengesellschafter für den Fixkostenersatz geltend gemacht werden – für den FKZ I war dies nicht möglich.

ACHTUNG: Sie brauchen eine Bestätigung eines*einer Steuerberaters*in, Wirtschaftsprüfers*in oder eines*einer Bilanzbuchhalter*in.

Gut zu wissen:

Bevor Sie sich für Umsatzersatz oder Fixkostenzuschuss entscheiden, sollten Sie nachrechnen. Wahrscheinlich ist der Umsatzersatz die höhere Förderung, daher sollten Sie primär den Umsatzersatz beantragen.

Sollten die Fixkosten aber höher als der Umsatz sein, dann kann für den Differenzbetrag zusätzlich ein anteiliger Fixkostenzuschuss beantragt werden.

ACHTUNG: Der Lockdown-Umsatzersatz muss immer vor dem FKZ 800.000 beantragt werden!

ACHTUNG: Die Höhe der gesamten Subvention aus FKZ 800.000 ist abhängig

  • von den angefallenen Fixkosten (im Jahre 2020 oder 2021) und
  • vom Umsatzausfall der beantragten Periode im Vergleich zur Periode des Vorjahres.

Wenn Sie optimieren möchten, warten Sie daher ab, bis Sie die für Sie optimale FKZ-Zeitperiode gefunden haben – sofern es die Liquidität Ihres Unternehmens zulässt.

5. Corona-Verlustersatz

Der Verlustersatz kann bis zur Obergrenze von 3 Mio. Euro beantragt werden, wenn Sie nach dem Fixkostenzuschuss 800.000 immer noch ungedeckte Kosten haben. Eingereicht werden kann für bis zu zehn Betrachtungszeiträumen bzw. Monaten im Zeitraum von 16. September 2020 bis längstens 30. Juni 2021.

Wer kann einreichen?

Jede*r Betriebsinhaber*in

Wann einreichen?

Die erste Tranche ist spätestens bis zum 30. Juni 2021 einzubringen. Der Antrag die zweite Tranche betreffend kann frühestens ab 1. Juli 2021 bis spätestens 31. Dezember 2021 beantragt werden.

Höhe der Förderung

Die Republik Österreich übernimmt bei Klein- und Mittelbetrieben 90% des steuerlichen Verlustes. Allerdings wirken sich einige Erlöse nicht auf den Verlust laut Richtlinien aus:

  • Versicherungsentschädigungen,
  • Zuschüsse von Bund und Ländern,
  • Schadensersätze nach dem Epedemiegesetz,
  • AMS-Entschädigungen für die Corona-Kurzarbeit;

Einreichungen sind über FinanzOnline möglich. Der Antrag ist ziemlich aufwändig, Sie brauchen eine*n Steuerberater*in, Wirtschaftsprüfer*in oder Bilanzbuchhalter*in.

Gut zu wissen

An den Corona-Verlustersatz sollten Sie erst denken, wenn Sie alle anderen Förderungsmöglichkeiten von Bund, Länder und Gemeinden bereits ausgeschöpft haben. Allerdings haben Sie freie Wahl: Sie können auch zuerst den Corona-Verlustersatz geltend machen – dann gibt es allerdings keinen FKZ 800.000

  • Der Corona-Verlustersatz kürzt den steuerlichen Verlust, er kürzt den sogenannten Verlustvortrag für die Folgeperioden und ist damit indirekt gewinnsteuerpflichtig.
  • Unzulässig sind die Anträge auf Corona-Verlustersatz, wenn durchgehend ein „Lockdown-Umsatzersatz“ geltend gemacht wird.

%MEDIUM-RECTANGLES%

6. Ausfallsbonus: 30% Umsatzausfall

Das Besondere am Ausfallsbonus ist, dass auch alle indirekt betroffenen Unternehmen (Umsatzausfall wegen Umsatzeinbruch trotz offenen Betriebes) diese Corona-Hilfe beantragen können. Der frühestmögliche Betrachtungszeitraum ist November 2020, der letztmögliche Betrachtungszeitraum ist Juni 2021.

Wer kann einreichen?

Jede*r Betriebsinhaber*in

Wann einreichen?

Der Bonus kann ab dem 16. des auf den Betrachtungszeitraum folgenden Kalendermonats bis zum 15. des auf den Betrachtungszeitraum drittfolgenden Kalendermonats beantragt werden.

Die Antragstellung via FinanzOnline ist monatlich jeweils ab dem 16. des Folgemonats (z.B. 16.2. für Jänner) möglich. Die Überprüfung des Umsatzeinbruchs erfolgt im Nachhinein durch eine*n Steuerberater*in bei Abgabe des Antrages auf FKZ 800.000.

Höhe der Förderung

Jedes Unternehmen, das mehr als 40% Umsatzausfall im Vergleich mit dem jeweiligen Monatsumsatz aus 2019 (oder 2020) erlitten hat, kann eine Liquiditätshilfe von bis zu 60.000 Euro pro Monat beantragen.

Die Hilfe beträgt 30% des Umsatzausfalls: Sie besteht zur Hälfte aus dem Ausfallbonus und zur Hälfte aus einem Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss 800.000. Der Antrag für den Fixkostenzuschuss 800.000 kann bis Jahresende gestellt werden.

Der Ausfallsbonus wird auch als Umsatzersatz für den Lockdown ab Jänner 2021 ausbezahlt.

Fazit

Die Pandemie und die Informationen des Finanzministeriums können mit einem reißenden Strom verglichen werden – alles ist in Bewegung und nix ist fix. Ihr Steuerberater hilft Ihnen, in der Informationsflut Oberwasser zu bewahren.

%MEETFOX%

Weiterlesen: Corona-Hilfe: neue Erleichterungen und Zuschüsse für Selbständige

Weiterlesen: Corona Lockdown Umsatzersatz einreichen: 20-60 Prozent für Handelsbetriebe

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